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USA schließen Lieferkettenlücken bei boomenden Auslandsinvestitionen

US-Behörden arbeiten mit ausländischen Investoren zusammen, um Fertigungslücken zu schließen und kleine Unternehmen zu stärken.

USA schließen Lieferkettenlücken bei boomenden Auslandsinvestitionen

US-Beamte haben angekündigt, eng mit ausländischen Investoren zusammenzuarbeiten, um Lücken in der amerikanischen Fertigungslieferkette zu identifizieren. Ziel ist es, kleinen und mittelständischen Unternehmen dabei zu helfen, ihre Kapazitäten zu skalieren und der steigenden Nachfrage infolge boomender Auslandsinvestitionen gerecht zu werden. Der stellvertretende Finanzminister Chris Pilkerton und SBA-Chefin Kelly Loeffler erklärten gegenüber Reuters, dass Trumps Zölle auf ausländische Importe sowie Deregulierungsmaßnahmen ausländische Investitionen im verarbeitenden Gewerbe ankurbelten.

Anlass für die Aussagen war ein Besuch einer historischen Werft in Philadelphia. Das Unternehmen Hanwha Philly Shipyard wurde im Dezember 2024 von Hanwha Ocean und der Hanwha Group übernommen – nach einer Prüfung durch den Ausschuss für Auslandsinvestitionen in den USA (CFIUS), den Pilkerton leitet. Der Fall gilt als Paradebeispiel für die neue Investitionsstrategie der Trump-Administration.

Milliarden-Investition und Tausende neue Arbeitsplätze

David Kim, CEO der Hanwha Philly Shipyard, kündigte gegenüber Reuters an, in den kommenden Jahren insgesamt 5 Milliarden US-Dollar in die Anlage zu investieren. Bereits jetzt wurden mehr als 200 Millionen US-Dollar eingesetzt, um Belegschaft, Fähigkeiten und Kapazitäten der Werft zu modernisieren. Durch die Gesamtinvestition könnte die Zahl der Arbeitsplätze am Standort von derzeit rund 2.000 auf bis zu 10.000 steigen.

Kim betonte auf einer separaten Pressekonferenz, dass sein Unternehmen bei jedem der massiven Schiffe, die es baut, auf über 1.000 Zulieferer angewiesen sei. Etwa zwei Drittel davon hätten ihren Sitz in den USA. Diese Zahl könnte in den kommenden Jahren weiter steigen, da der Standort die Produktion beschleunigen und KI-basierte Schiffbautechnologien einführen will, die bereits in Südkorea im Einsatz sind.

Neues „Strategic Vendor Program" soll Lieferketten stärken

Pilkerton, der bereits in Trumps erster Amtszeit als kommissarischer SBA-Leiter fungierte, hat auf Basis dieser Erfahrung ein neues „Strategic Vendor Program" ins Leben gerufen. Das Programm zielt darauf ab, inländische Lieferketten zu stärken und den langfristigen Erfolg von Unternehmen mit ausländischer Beteiligung in den USA zu unterstützen. Es befindet sich noch in einer Pilotphase; detaillierte Richtlinien zur Identifizierung geeigneter Anbieter wurden noch nicht veröffentlicht.

Als konkretes Beispiel für bestehende Lücken nannte Pilkerton einen Besuch bei einem Unternehmen für Quantenkühlung in Syracuse, New York, das vom finnischen Unternehmen Bluefors übernommen wurde. Dort hätten Führungskräfte berichtet, keinen inländischen Lieferanten für Trockenkompressoren finden zu können. „Es ist eine Sache, auf hoher Ebene über Lieferketten zu sprechen. Ich denke, jeder will sie, aber man muss eben auch die Teile finden", sagte Pilkerton.

CFIUS-Prüfungen sollen transparenter und schneller werden

Die Trump-Administration arbeitet zudem daran, die Prüfungen ausländischer Investitionen durch das CFIUS transparenter und effizienter zu gestalten. Das Finanzministerium hat im Juli eine neue Website gestartet, die Unternehmen, Investoren und deren Anwälten helfen soll, besser zu verstehen, wie das Gremium potenzielle ausländische Übernahmen und Investitionen bewertet.

Zusätzlich wurde ein „Known Investor Program" eingeführt, das häufig investierende Unternehmen identifiziert und freischaltet, um Prüfverfahren nach einer ersten eingehenden Analyse zu beschleunigen. Diese Maßnahmen sollen das Vertrauen ausländischer Investoren stärken und gleichzeitig die nationale Sicherheit wahren.

SBA-Chefin Loeffler ergänzte, dass die Behörde im Jahr 2025 rund 3 Milliarden US-Dollar an Finanzmitteln für Hersteller bereitgestellt habe, darunter 32 Millionen US-Dollar speziell für Schiffbauer. Dies solle helfen, Kapazitäten wieder aufzubauen, nachdem in den vergangenen vier bis fünf Jahrzehnten rund 90.000 Fabriken und 5 Millionen Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe verloren gegangen seien. Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des industriellen Rückgangs, den die USA aufzuholen versuchen.

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