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USA setzen auf eigenes Preissystem für Seltene Erden

Washington garantiert US-Produzent MP Materials doppelt so hohe Preise wie der chinesische Markt

USA setzen auf eigenes Preissystem für Seltene Erden

Ein von der US-Regierung unterstützter Vorstoß zur Etablierung eines eigenen Preissystems für Seltene Erden könnte die jahrzehntelange Vormachtstellung Chinas auf diesem Markt herausfordern. Derzeit kontrolliert China rund 90 Prozent des globalen Angebots an diesen für strategische Technologien entscheidenden Metallen. Vor allem niedrige Preise aus China haben Investitionen in anderen Regionen bislang weitgehend unrentabel gemacht. Ein neues Modell, das die US-Regierung nun eingeführt hat, soll diesen Trend umkehren.

Im Mittelpunkt der Initiative steht ein Abkommen mit dem einzigen inländischen US-Produzenten von Seltenen Erden, MP Materials. Das Verteidigungsministerium garantiert dem Unternehmen einen Festpreis von 110 US-Dollar pro Kilogramm für die beiden wichtigsten Metalle Neodym und Praseodym – nahezu doppelt so hoch wie der aktuelle Marktpreis, der bislang in China bestimmt wird. Diese Maßnahme soll den Aufbau einer eigenständigen Lieferkette innerhalb der Vereinigten Staaten stärken. Sollte der Marktpreis über die garantierte Schwelle steigen, erhält das Ministerium 30 Prozent der zusätzlichen Gewinne.

MP Materials betreibt bereits den Abbau und die Verarbeitung Seltener Erden in Kalifornien und plant den kommerziellen Produktionsbeginn von Magneten in einer neuen texanischen Anlage bis Ende dieses Jahres. In einem weiteren Schritt will das Unternehmen seine Produktionskapazität für Magnete zunächst auf 1.000 Tonnen jährlich ausbauen und später auf 3.000 Tonnen steigern. Im Rahmen des neuen Deals wird das Pentagon mit einem Anteil von 15 Prozent zudem größter Anteilseigner an MP Materials. Eine zweite Produktionsanlage mit einer Kapazität von 7.000 Tonnen pro Jahr ist ebenfalls geplant.

Auch andere Unternehmen in der Branche, etwa Solvay oder Aclara Resources, könnten von diesem Preismodell indirekt profitieren. Analysten sehen darin einen möglichen neuen globalen Referenzwert, der Preissteigerungen und neue Investitionen begünstigen könnte. Aclara, das Projekte in Chile, Brasilien und den USA verfolgt, sieht durch die Entwicklung neue strategische Optionen.

Die Nachfrage nach Permanentmagneten auf Basis Seltener Erden wird Prognosen zufolge in den kommenden zehn Jahren weltweit auf rund 607.000 Tonnen jährlich steigen – mit besonders starkem prozentualem Wachstum in den Vereinigten Staaten. Aktuell verbrauchen die USA etwa 10.000 Tonnen pro Jahr, wobei rund 30.000 Tonnen zusätzlich in fertigen Produkten importiert werden. Die starke Abhängigkeit von chinesischen Exporten wurde zuletzt durch Ausfuhrbeschränkungen Pekings erneut ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

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