USA und China führen offene Gespräche vor Trump-Xi-Gipfel
Wirtschaftsminister beider Länder tauschten Kritik aus – der Gipfel zwischen Trump und Xi ist für Mai geplant.

Die führenden Wirtschaftsvertreter der USA und Chinas haben am Donnerstag in einem Videotelefonat „offene" Gespräche geführt. Beide Seiten äußerten dabei Beschwerden über die Handelspolitik des jeweils anderen – im Vorfeld eines für Mai geplanten Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte in einem Post auf der Plattform X, er habe mit dem chinesischen Vize-Premierminister He Lifeng gesprochen, um Trumps für den 14. und 15. Mai geplante Reise nach Peking vorzubereiten. „Unser Treffen war sowohl offen als auch umfassend", schrieb Bessent. Er betonte dabei, dass Chinas jüngste „provokative extraterritoriale Vorschriften eine abschreckende Wirkung auf die globalen Lieferketten haben".
Damit brach Bessent das nahezu vollständige Schweigen der Trump-Administration zu den neuen chinesischen Lieferkettenregeln. Diese Regelungen schaffen die rechtliche Grundlage, um ausländische Unternehmen zu bestrafen, die versuchen, ihre Beschaffung kritischer Mineralien und anderer Güter von China weg zu verlagern. Analysten bezeichnen dies als erhebliche Eskalation, die amerikanische Bemühungen zur Reduzierung der Lieferkettenabhängigkeit von China ernsthaft untergraben könnte.
Beide Seiten mit gegenseitiger Kritik
Der chinesische Staatssender CCTV berichtete seinerseits, Vize-Premierminister He Lifeng habe in dem Videotelefonat mit Bessent und US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer einen „offenen, tiefgreifenden und konstruktiven Austausch" geführt. Die chinesische Seite „äußerte ernsthafte Besorgnis über die jüngsten restriktiven Handelsmaßnahmen der USA gegen China". Dennoch vereinbarten beide Seiten laut CCTV, den Konsens weiter auszubauen, Differenzen zu bewältigen und die Zusammenarbeit zu stärken.
Das Trio – Bessent, Greer und He Lifeng – hatte sich zuletzt im März zu persönlichen Handelsgesprächen in Paris getroffen, ebenfalls zur Vorbereitung des Trump-Xi-Gipfels. Dabei wurden potenzielle chinesische Käufe von US-Agrargütern sowie mögliche neue gemeinsame Gremien zur Verwaltung von Handels- und Investitionsfragen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt erörtert. Chinesische Beamte äußerten bei diesen Treffen auch Beschwerden über Trumps neue Zolluntersuchungen gegen China.
In einem separaten Telefonat am Donnerstag erklärte Chinas Außenminister Wang Yi gegenüber US-Außenminister Marco Rubio, dass Taiwan der „größte Risikopunkt" in den bilateralen Beziehungen vor dem geplanten Gipfel sei. China beansprucht Taiwan als eigenes Territorium.
Hintergrund: Handelskrieg und fragiler Frieden
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Zur AktienanalyseDie beiden Länder hatten im vergangenen Oktober in Busan, Südkorea, einen unsicheren Handelsfrieden geschlossen. Diesem war ein monatelanger Handelskrieg vorausgegangen, ausgelöst durch Trumps sogenannte „Liberation Day"-Zölle und Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden sowie andere kritische Mineralien. Der Oberste Gerichtshof der USA hob Trumps weltweite Zölle im Februar auf, woraufhin die Trump-Administration neue Zolluntersuchungen einleitete, um diese wieder aufzubauen.
Vor dem Gipfel warnen US-Gesetzgeber und Industrieverbände die Trump-Administration davor, China Investitionszugang zum US-Automobilsektor zu gewähren. Zehn Verbände der Stahlindustrie forderten Bessent, Greer, Rubio und Handelsminister Howard Lutnick in einem Brief auf, „die amerikanische Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen, indem der Zugang zum US-Automobilmarkt nicht der Kommunistischen Partei Chinas überlassen wird".
Beide Seiten haben zudem versucht, ihren Einfluss vor dem Gipfel auszubauen: China führte die neuen Lieferkettenvorschriften ein, während Washington die Lieferung von Werkzeugen an einen der führenden chinesischen Chiphersteller einschränkte. Trotz dieser Spannungen sind die Beziehungen zwischen Peking und Washington vor dem geplanten Gipfel im Mai weitgehend ruhig geblieben. Beide Seiten bekundeten ihre Bereitschaft, „die gesunde, stabile und nachhaltige Entwicklung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und den USA zu fördern".


