USA und EU einigen sich auf Zollkompromiss
Ölpreise steigen leicht – OPEC+ hält vorerst an Förderplänen fest

Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn gestiegen, nachdem die Vereinigten Staaten ein Handelsabkommen mit der Europäischen Union erreicht haben und eine Verlängerung des Zollstillstands mit China in Aussicht steht. Dies mildert Befürchtungen über mögliche neue Handelshemmnisse, die das Wirtschaftswachstum und die globale Nachfrage nach Kraftstoffen hätten beeinträchtigen können.
Der Preis für Brent-Rohöl legte um 20 Cent beziehungsweise 0,29 Prozent auf 68,64 US-Dollar pro Barrel zu. Der US-Referenzwert West Texas Intermediate (WTI) stieg um 15 Cent auf 65,31 US-Dollar pro Barrel, was einem Zuwachs von 0,23 Prozent entspricht.
Analysten zufolge stützt die Einigung zwischen den USA und der EU sowie die Aussicht auf fortgesetzte Verhandlungen mit China die Finanzmärkte. Der jüngste Deal zwischen den westlichen Partnern sieht einen Importzollsatz von 15 Prozent auf die meisten EU-Waren vor – halb so hoch wie ursprünglich angedroht. Damit wurde ein umfassenderer Handelskonflikt zwischen den beiden Wirtschaftsmächten abgewendet, der rund ein Drittel des weltweiten Handelsvolumens betrifft und negative Auswirkungen auf die Kraftstoffnachfrage hätte haben können.
Parallel dazu sollen sich US- und chinesische Unterhändler am Montag in Stockholm treffen, um eine Verlängerung des derzeitigen Zollstillstands über den 12. August hinaus zu erörtern. Ziel ist es, eine Eskalation des Handelsstreits zu vermeiden.
Begrenzend auf den jüngsten Anstieg der Ölpreise wirkt sich jedoch die Erwartung aus, dass OPEC+ an ihren bisherigen Förderplänen festhält. Die Marktbeobachtungskommission des Kartells will sich am Montag treffen. Vier Vertreter der Allianz signalisierten bereits, dass keine Änderung der Beschlüsse zur Erhöhung der Produktion um 548.000 Barrel pro Tag im August zu erwarten sei. Eine weitere Quelle zeigte sich jedoch zurückhaltender in ihrer Einschätzung.
Das Analysehaus ING geht davon aus, dass die OPEC+ bis Ende September die Rücknahme freiwilliger Förderkürzungen in Höhe von insgesamt 2,2 Millionen Barrel pro Tag vollständig umsetzt. Allein im September könnte das Angebot demnach um mindestens 280.000 Barrel pro Tag steigen, wobei auch größere Anpassungen möglich wären.
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Zur AktienanalyseUnterdessen meldeten Analysten von JP Morgan, dass die weltweite Ölnachfrage im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 600.000 Barrel pro Tag gestiegen sei. Gleichzeitig wuchsen die globalen Ölbestände um 1,6 Millionen Barrel pro Tag.
Im Nahen Osten kündigten die Huthi-Rebellen aus dem Jemen an, Schiffe von Unternehmen ins Visier zu nehmen, die Handel mit israelischen Häfen betreiben – ungeachtet ihrer Nationalität. Die Maßnahme sei Teil einer weiteren Phase ihrer Militäraktionen gegen Israel im Zuge des Gazakonflikts.


