USA und Iran treffen sich zu historischen Direktgesprächen in Pakistan
Erstmals seit 2015 verhandeln Washington und Teheran direkt – doch Streit über Libanon und Sanktionen überschattet den Auftakt.

In Islamabad beginnen die ranghöchsten direkten Gespräche zwischen den USA und dem Iran seit der Islamischen Revolution von 1979. Die US-Delegation unter Führung von Vizepräsident JD Vance landete am Samstagmorgen mit zwei Flugzeugen der US-Luftwaffe auf einem Luftwaffenstützpunkt in der pakistanischen Hauptstadt. Empfangen wurden die Amerikaner vom pakistanischen Armeechef Feldmarschall Asim Munir sowie Außenminister Ishaq Dar.
Zur US-Delegation gehören neben Vance auch Sonderbeauftragter Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump. Die iranische Seite war bereits am Freitag eingetroffen – angeführt von Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf und Außenminister Abbas Araqchi. Es sind die ersten offiziellen direkten Verhandlungen zwischen beiden Ländern seit 2015, als ein Abkommen über das iranische Atomprogramm erzielt worden war.
Historische Dimension der Gespräche
Trump hatte das damalige Atomabkommen 2018 während seiner ersten Amtszeit aufgekündigt. Im selben Jahr untersagte der damalige oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei – der laut dem Quelltext zu Beginn eines Krieges vor sechs Wochen getötet wurde – weitere direkte Gespräche mit US-Vertretern. Die nun in Pakistan stattfindenden Verhandlungen markieren damit einen bedeutenden diplomatischen Wendepunkt.
Doch der Auftakt steht unter keinem guten Stern. Irans Parlamentspräsident Qalibaf erklärte auf der Plattform X, Washington habe zuvor der Freigabe iranischer Vermögenswerte sowie einem Waffenstillstand im Libanon zugestimmt. Er machte deutlich, dass die Gespräche erst beginnen würden, wenn diese Zusagen erfüllt seien. Im Libanon wurden seit Beginn der Kämpfe im März bei israelischen Angriffen auf die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz fast 2.000 Menschen getötet.
Streit um Libanon und Vorbedingungen
Israel und die USA erklärten hingegen, der Libanon-Feldzug sei kein Bestandteil eines möglichen Waffenstillstands zwischen dem Iran und den USA – Teheran beharrt jedoch auf dieser Verknüpfung. Dieser Dissens stellt eine der zentralen Hürden für den Verhandlungsfortschritt dar. Qalibaf betonte separat, der Iran sei grundsätzlich zu einer Einigung bereit, sofern Washington ein aus iranischer Sicht echtes Abkommen anbiete und dem Iran seine Rechte gewähre.
Das Weiße Haus kommentierte die iranischen Forderungen zunächst nicht öffentlich. Trump meldete sich jedoch über soziale Medien zu Wort und richtete scharfe Worte an Teheran: „Die Iraner scheinen nicht zu begreifen, dass sie keine Trümpfe in der Hand haben, abgesehen von einer kurzfristigen Erpressung der Welt durch die Nutzung internationaler Wasserstraßen. Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist das Verhandeln!"
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Zur AktienanalyseVance mahnt zur Ernsthaftigkeit
Vizepräsident Vance äußerte sich auf dem Flug nach Pakistan verhalten optimistisch. Er erwarte ein positives Ergebnis, warnte jedoch gleichzeitig: „Wenn sie versuchen sollten, uns auszuspielen, werden sie feststellen, dass das Verhandlungsteam nicht sehr empfänglich dafür ist." Die Aussagen beider Seiten verdeutlichen, wie angespannt die Atmosphäre vor Beginn der eigentlichen Verhandlungen ist.
Hinter den Kulissen laufen bereits vorbereitende Gespräche. Pakistanische Vertreter führten separate Vorgespräche mit Vorauskommandos beider Delegationen. Die halboffizielle iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, dass die iranische Seite 70 Mitglieder entsandt habe, darunter technische Experten für Wirtschaft, Sicherheit und Politik. Der staatliche iranische Rundfunk meldete zudem, die iranische Delegation werde mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif zusammentreffen, um Zeitpunkt und Art „möglicher Verhandlungen" festzulegen.


