USA und Japan intervenieren gemeinsam zur Stützung des Yen
Erstmals seit einer Generation kaufen die USA und Japan gemeinsam Yen, um den Absturz der Währung auf ein 40-Jahres-Tief zu stoppen.

TOKIO – Die USA und Japan haben in einer gemeinsamen Devisenmarktintervention den Yen gestützt – das erste koordinierte Vorgehen dieser Art seit einer Generation. Auslöser war der Absturz der japanischen Währung auf den schwächsten Stand seit 1986: Fast 164 Yen mussten zeitweise für einen US-Dollar gezahlt werden. Nach der Intervention erholte sich der Yen im asiatischen Nachmittagshandel am Montag auf rund 156 Yen pro US-Dollar.
Der Handlungsdruck war erheblich. Ein schwacher Yen drohte indirekt die US-Zinsen in die Höhe zu treiben und gefährdete Pläne, japanische Investitionen in Milliardenhöhe in die USA zu lenken. Frühere Alleingänge Japans bei den Interventionen waren wirkungslos verpufft, was in Tokio die Sorge vor einer beschleunigten Inflation und höheren Importkosten für Energie schürte – verschärft durch den Krieg mit dem Iran, der die Ölversorgung drosselt.
Trumps neuer Kurs: Aktive Währungspolitik für Verbündete
Mit diesem Schritt setzt Präsident Trump ein deutliches Signal: Er ist bereit, Verbündeten zu helfen, die mit den Finanzmärkten kämpfen. Das steht im klaren Gegensatz zu dem von US-Politikern lange bevorzugten zurückhaltenden Ansatz, der traditionell nur in Momenten außergewöhnlicher Gefahr aufgegeben wurde. Bereits zuvor hatte Trump die argentinische Währung gestützt – nun folgt der Yen als zweites Beispiel dieser aktiveren Interventionspolitik.
US-Finanzminister Scott Bessent, der einst mit dem Handel von Währungen und anderen Vermögenswerten für die Investmentfirma von George Soros ein Vermögen verdiente, verteidigte das Vorgehen öffentlich. „Die Trump-Administration liefert Ergebnisse für Amerikas vertrauenswürdige Partner", erklärte Bessent in einer Nachricht auf seinem offiziellen Account auf X. Er machte zudem deutlich, dass die USA nicht zögern würden, erneut zu intervenieren, um die „erhebliche Unterbewertung des japanischen Yen zu korrigieren".
Hintergrund: Warum der Yen-Kurs für die USA relevant ist
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger und Beobachter ist der Zusammenhang zwischen dem Yen-Kurs und den US-Zinsen erklärungsbedürftig. Ein schwacher Yen kann dazu führen, dass japanische Investoren US-Staatsanleihen verkaufen, um Währungsverluste zu begrenzen – was die Renditen in den USA nach oben treibt und die Finanzierungskosten erhöht. Japan ist einer der größten ausländischen Gläubiger der USA, weshalb Tokios Kapitalflüsse direkten Einfluss auf den amerikanischen Anleihemarkt haben.
Die Intervention markiert einen historischen Moment in der Währungspolitik. Koordinierte Eingriffe mehrerer Staaten in den Devisenmarkt sind selten und erfordern ein hohes Maß an politischer Abstimmung. Dass Washington diesmal aktiv mitmacht, unterstreicht, wie ernst die USA die wirtschaftlichen Risiken eines unkontrollierten Yen-Verfalls einschätzen – sowohl für Japan als auch für die eigene Wirtschaft.


