USA wählen fünf Bundesstaaten für nukleare Innovationscampusse aus
Das US-Energieministerium treibt Amerikas nukleare Renaissance voran und stärkt den gesamten Brennstoffkreislauf.

Das US-Energieministerium (DOE) hat am Dienstag fünf Bundesstaaten auf die engere Auswahl für sogenannte „Nuclear Lifecycle Innovation Campuses" gesetzt. Energieminister Chris Wright unterzeichnete Absichtserklärungen mit Tennessee, Utah, Louisiana, Idaho und Oklahoma. Die Entscheidung fiel nach der Prüfung von 28 Bewerbungen aus insgesamt 26 Bundesstaaten.
Die geplanten Campusse sollen den gesamten nuklearen Brennstoffkreislauf der USA stärken und modernisieren. Konkret umfassen die Pläne Abfalllager, Urananreicherung, die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente sowie die Brennelementfertigung. Darüber hinaus könnten die Standorte auch fortschrittliche Reaktoren, Stromerzeugung und Rechenzentren beherbergen.
Milliarden-Investitionen und Tausende Arbeitsplätze
Die wirtschaftlichen Erwartungen an die Innovationscampusse sind enorm. Laut Energieministerium haben die geplanten Standorte das Potenzial, bis zu 50 Milliarden US-Dollar an Kapitalinvestitionen anzuziehen. Zusätzlich könnten bis zu 10 Milliarden US-Dollar an staatlichen und lokalen Steuereinnahmen generiert sowie fast 25.000 Arbeitsplätze je Campus geschaffen werden.
Minister Wright betonte die strategische Bedeutung des Vorhabens: „Diese Campusse werden massive Motoren für das Wirtschaftswachstum sein, Tausende von gut bezahlten Arbeitsplätzen schaffen und entscheidend dafür sein, Amerikas nukleare Renaissance einzuleiten." Die Vereinbarungen sind zunächst unverbindlich – Staaten, die sich für die Ausrichtung eines Campus entscheiden, werden zu einem späteren Zeitpunkt verbindliche Standortvereinbarungen mit dem Ministerium unterzeichnen.
Die Initiative steht im Einklang mit den nuklearen Ambitionen von Präsident Donald Trump, der eine Vervierfachung der US-Kernkraft sowie den Bau von zehn großen neuen Kernreaktoren anstrebt. Die USA befinden sich damit in einer Phase des nuklearen Aufbruchs, die in der Branche bereits mit dem Manhattan-Projekt verglichen wird.
Jahrzehntelanger Streit um Atommüll-Endlager
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Zur AktienanalyseEin zentrales Thema hinter den Plänen ist die Entsorgung von fast 100.000 Tonnen abgebrannten Kernbrennstoffs aus amerikanischen Kraftwerken. Die Suche nach einem geeigneten Endlager beschäftigt die USA seit Jahrzehnten. Bereits 1987 bestimmte der US-Kongress den Yucca Mountain in der Wüste Nevadas – rund 90 Meilen nördlich von Las Vegas – als nationales Endlager für Atommüll. Doch jahrzehntelanger politischer Widerstand verhinderte die Umsetzung des Projekts bis heute.
Die neuen „Nuclear Lifecycle Innovation Campuses" sollen nun einen neuen Anlauf darstellen, um die Lagerung und Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente endlich auf eine solide Grundlage zu stellen. Die Auswahl der fünf Kandidatenstaaten markiert dabei einen bedeutenden Fortschritt in diesen langjährigen Bemühungen. Abhängig von den regionalen Kapazitäten und Prioritäten der jeweiligen Bundesstaaten können die Campusse individuell ausgestaltet werden.


