Vance verteidigt Iran-Deal: USA zahlen keinen Cent an Teheran
Vizepräsident JD Vance weist Kritik am vorläufigen Friedensabkommen mit dem Iran zurück – und warnt Israel vor Kritik an Trump.

Vizepräsident JD Vance hat am Donnerstag das vorläufige Friedensabkommen von Präsident Donald Trump mit dem Iran energisch verteidigt. Er betonte, dass die Vereinigten Staaten keine direkten Zahlungen an die Islamische Republik leisten werden. Wirtschaftliche Vorteile für den Iran seien ausschließlich an die vollständige Einhaltung der Vereinbarung geknüpft.
Das Abkommen, das Trump und der iranische Präsident Masoud Pezeshkian unterzeichnet haben, beendet vorerst die militärischen Operationen und öffnet die Straße von Hormus für mindestens 60 Tage. Dieser Zeitraum soll ein Verhandlungsfenster für eine endgültige Vereinbarung schaffen. Vance erklärte, dass die 60-Tage-Frist – die verlängert werden kann – am Donnerstag begonnen habe.
Das Memorandum of Understanding umfasst 14 Punkte und sieht unter anderem Lockerungen der Sanktionen, den Zugang zu eingefrorenen Geldern sowie einen vorgeschlagenen Wiederaufbauplan in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar vor. Genau diese Punkte haben parteiübergreifende Kritik ausgelöst – auch aus den Reihen der Republikaner.
Scharfe Kritik aus den eigenen Reihen
Senator Ted Cruz (Republikaner, Texas) äußerte sich besonders deutlich: „Die Geschichte zeigt, dass es eine außergewöhnlich schlechte Idee ist, religiösen Wahnsinnigen, die uns ermorden wollen, Milliarden von Dollar zu geben." Auf die Frage, ob der Kongress eingreifen könne, sagte Cruz: „Ich hoffe, dass wir uns für einen anderen Weg entscheiden."
Senator Roger Wicker aus Mississippi, der Trumps Druckkampagne gegen den Iran bislang unterstützt hatte, warnte ebenfalls. Er erklärte, der vorgeschlagene Wiederaufbaufonds in Höhe von 300 Milliarden Dollar würde – obwohl nicht von US-Steuerzahlern finanziert – „die Zahlungen an den Iran unter dem Abkommen von Präsident Obama aus dem Jahr 2015 im Vergleich dazu wie ein Almosen erscheinen lassen". Wicker sprach sich zudem gegen die Aufhebung von Sanktionen aus, „nur im Austausch für die bloße Zusage des Irans, weitere 60 Tage lang zu verhandeln".
Nikki Haley, Trumps ehemalige UN-Botschafterin, bezeichnete es als „riesigen Fehler, für den Wiederaufbau der Bedrohung zu bezahlen, die wir gerade erst zerstört haben", auch wenn sie die vorangegangenen Angriffe auf iranische Atom- und Raketenstandorte als „den richtigen Schritt" lobte.
Vance kontert: Sanktionen ohnehin wirkungslos
Vance wies die Kritik an der Sanktionsaufhebung zurück und argumentierte, der Iran verkaufe trotz bestehender US-Sanktionen bereits Öl. Diese seien zum Zeitpunkt des Abkommens „grundsätzlich wirkungslos" gewesen. Eine Aufhebung könne den USA sogar mehr Einblick in die Finanzaktivitäten des Irans verschaffen. Zudem betonte er, dass das „Atomprogramm des Irans vollständig zerstört wurde", und stellte das Abkommen als nächste Stufe von Trumps Druckkampagne dar – nicht als Zugeständnis an Teheran.
Vance richtete auch eine ungewöhnlich scharfe Warnung an israelische Kritiker des Abkommens. Er erinnerte daran, dass „in den letzten drei Monaten zwei Drittel der Verteidigungswaffen, die Ihre Heimat geschützt haben, von amerikanischer Hand gebaut und mit amerikanischen Steuergeldern bezahlt" worden seien. Israel ist nicht Teil des Friedensabkommens, sein Konflikt mit der Hisbollah hat die Verhandlungen jedoch belastet.
Irans oberster Führer stellt eigene Bedingungen
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Zur AktienanalyseAuch auf iranischer Seite wurde das Abkommen als konditioniert dargestellt. Ayatollah Mojtaba Khamenei erklärte, er habe die Erlaubnis für das Memorandum erst erteilt, nachdem ihm zugesichert worden war, dass die Rechte des Irans und die „Widerstandsfront" geschützt würden. Er warnte, dass künftige direkte Gespräche mit den USA keine Unterwerfung unter die „Meinung des Feindes" bedeuteten.
Trump selbst kommentierte die Entwicklungen auf Truth Social und zeigte sich optimistisch: „Die Märkte lieben das, was gerade passiert – die Ölpreise sind stark gesunken und die Aktienkurse kräftig gestiegen." Er fügte hinzu, man erwarte „einen vollständigen Waffenstillstand an allen Fronten, einschließlich des Libanon, der Hisbollah und Israels".
Vance teilte mit, dass die Gesetzgeber am Donnerstagmorgen entweder eine formelle Kopie des unterzeichneten Dokuments erhalten hätten oder diese im Laufe des Tages bekommen würden. Ein formelles Briefing für den Kongress sei „sehr bald" geplant. Die Regierung sei zudem „sehr zuversichtlich", einige Sanktionen vorübergehend auch ohne Zustimmung des Kongresses aufheben zu können.

