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Vanguard Energy ETF VDE: Für wen lohnt sich der Kauf?

Der Vanguard Energy ETF VDE hält 111 US-Energieaktien und erzielte zuletzt starke Renditen – doch ist er wirklich für jeden Anleger geeignet?

Vanguard Energy ETF VDE: Für wen lohnt sich der Kauf?

Der Vanguard Energy ETF (VDE) ist ein kostengünstiger Indexfonds, der Anlegern Zugang zu 111 US-amerikanischen Energieunternehmen bietet. Dazu zählen Unternehmen aus den Bereichen Erdöl, Erdgas und Kohle, die in der Exploration und Produktion tätig sind. Energie gilt als Treibstoff der Weltwirtschaft – entsprechend fundamental ist der Sektor für das tägliche Leben.

Die jüngsten Renditen des VDE können sich sehen lassen: Seit Jahresbeginn erzielte der Fonds eine Rendite von 24,6 Prozent, im vergangenen Jahr sogar 43,4 Prozent. Damit übertraf er den S&P 500 Index deutlich. Über die letzten zehn Jahre lieferte der ETF eine annualisierte Rendite von 9,2 Prozent, seit seiner Auflegung im September 2004 beläuft sich die jährliche Rendite auf 8,2 Prozent.

Die größten Positionen im Überblick

Die fünf größten Positionen des Fonds machen einen erheblichen Teil des Portfolios aus. An der Spitze steht der Ölmulti ExxonMobil mit einem Anteil von 22,0 Prozent, gefolgt von Chevron mit 14,2 Prozent und ConocoPhillips mit 5,8 Prozent. Ergänzt wird das Quintett durch den Midstream-Erdgasversorger Williams Companies (3,6 Prozent) sowie den Öldienstleister SLB mit 3,5 Prozent. Die starke Konzentration auf wenige Schwergewichte ist ein charakteristisches Merkmal des Fonds.

Für dividendenorientierte Anleger bietet der VDE einige interessante Eigenschaften. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Fonds liegt bei 20,8 – deutlich günstiger als das des S&P 500, der aktuell mit einem KGV-Multiple von 32,4 bewertet wird. Damit erscheint der Energiesektor im Vergleich zum breiten Markt relativ günstig bewertet.

Risiken und Schwächen des Energiefonds

Trotz der starken kurzfristigen Performance gibt es gewichtige Argumente gegen einen Kauf. Die jüngsten Gewinne des Fonds könnten maßgeblich durch geopolitische Faktoren – insbesondere Spannungen rund um den Iran – getrieben worden sein. Da sich dieser Konflikt dem Ende zuneigen könnte, sinken die Ölpreise, was sich direkt auf den ETF auswirkt. In den letzten fünf Tagen verlor der VDE rund 5 Prozent, während der S&P 500 im gleichen Zeitraum um über 3 Prozent zulegte.

Langfristig betrachtet hinkt der Vanguard Energy ETF seit seiner Auflegung der Wertentwicklung des S&P 500 hinterher. Das ist kein Zufall: Energieaktien machen lediglich etwa 3 Prozent des S&P 500 aus. Wer zu stark auf diesen kleinen Sektor setzt, geht ein erhebliches Klumpenrisiko ein und verzichtet auf die Diversifikation, die ein breit aufgestellter Indexfonds bietet.

Für deutsche Privatanleger, die eine breite Marktabdeckung anstreben, ist der VDE daher nur bedingt geeignet. Der Fonds richtet sich eher an Investoren, die gezielt auf den Energiesektor setzen möchten, hohe Dividendenrenditen anstreben oder über fundiertes Wissen im Energiebereich verfügen. Für die Mehrheit der Anleger dürfte ein breit diversifizierter ETF auf den S&P 500 oder den MSCI World die bessere Wahl bleiben.

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