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Venezuela-Hoffnung beflügelt Ölfelddienstleister-Aktien

Die politischen Veränderungen in Venezuela haben die Aktien von Schlumberger und Halliburton deutlich steigen lassen. Doch Branchenexperten warnen: Die langfristigen Perspektiven hängen von mehr ab als nur vom südamerikanischen Markt.

Venezuela-Hoffnung beflügelt Ölfelddienstleister-Aktien

Die Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro hat bei Ölfelddienstleistern neue Hoffnungen geweckt. Schlumberger (SLB) legte seit der Nachricht um 21 Prozent zu, Halliburton (HAL) um 13 Prozent. Zum Vergleich: Ein ETF mit großen Öl- und Gasunternehmen gewann lediglich 6,8 Prozent.

Gedämpfte Erwartungen trotz Venezuela-Euphorie

Die Freude über mögliche neue Geschäfte in Venezuela kann jedoch nicht über die aktuellen Herausforderungen hinwegtäuschen. Bei niedrigen Ölpreisen erleben Ölfelddienstleister keine Boomphase. Besonders Halliburton spürt den Druck: Das Unternehmen ist stark von US-Schieferölproduzenten abhängig, die sensibel auf Preisschwankungen reagieren.

In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am Mittwoch gab Halliburton bekannt, dass der Umsatz in Nordamerika 2025 um 6 Prozent zurückging. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Im Auslandsgeschäft sieht es etwas besser aus – hier erwartet man stabile oder leicht steigende Umsätze.

Vorstandschef spricht von "Jahr der Neuausrichtung"

Trotz der ernüchternden Prognose stiegen die Halliburton-Aktien am Mittwoch um rund 4 Prozent, nachdem die Ergebnisse die Erwartungen der Wall Street übertrafen. CEO Jeff Miller bezeichnete 2026 als "Jahr der Neuausrichtung". Die Welt müsse erst das überschüssige Ölangebot aus OPEC- und Nicht-OPEC-Ländern aufnehmen, bevor die Preise wieder steigen könnten.

Wettlauf um Venezuela-Geschäft beginnt

Dennoch zeigt sich Halliburton optimistisch bezüglich Venezuela. Miller berichtete, sein Telefon klingle "ständig" mit Anfragen von Kunden, die dort bohren wollen. Das Unternehmen versicherte, seine Ausrüstung sehr schnell nach Venezuela bringen zu können, sobald die erforderlichen Lizenzen vorliegen.

Konkurrent Schlumberger hat einen natürlichen Vorsprung: Das Unternehmen ist bereits als Dienstleister für Chevron (CVX) in Venezuela tätig – den einzigen US-Ölkonzern, der derzeit in dem südamerikanischen Land operiert.

Fazit für Anleger

Obwohl die Venezuela-Perspektive verlockend erscheint, sollten Investoren die breiteren Marktbedingungen nicht außer Acht lassen. Niedrige Ölpreise und rückläufige Aktivitäten in Nordamerika bleiben die größeren Herausforderungen für die Branche. Die langfristige Attraktivität der Ölfelddienstleister-Aktien hängt daher nicht nur von politischen Entwicklungen in Venezuela ab, sondern vor allem von der globalen Nachfrage und Preisentwicklung bei Öl und Gas.

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