Venture Global gewinnt Schiedsverfahren gegen Repsol
Der US-LNG-Exporteur Venture Global hat einen wichtigen Schiedsspruch gegen den spanischen Energiekonzern Repsol gewonnen. Die Internationale Handelskammer wies alle Forderungen des spanischen Konzerns ab.

Venture Global, der zweitgrößte Flüssigerdgas-Exporteur der USA, hat einen bedeutenden juristischen Erfolg erzielt. Die Internationale Handelskammer in Paris wies die Klage des spanischen Energiekonzerns Repsol vollständig ab und bestätigte, dass das US-Unternehmen als "vernünftiger und umsichtiger Betreiber" gehandelt habe.
Repsol hatte das Schiedsverfahren 2023 eingeleitet und dem amerikanischen LNG-Produzenten vorgeworfen, Lieferverpflichtungen aus einem 20-jährigen Vertrag nicht erfüllt zu haben. Die Spanier bezogen sich dabei auf ausbleibende Lieferungen aus dem Calcasieu Pass Projekt von Venture Global.
Gemischte Bilanz bei Schiedsverfahren
Für Venture Global ist dies der zweite Sieg in einer Serie von Schiedsverfahren. Bereits im August hatte das Unternehmen ein ähnliches Verfahren gegen Shell gewonnen. Allerdings musste der LNG-Exporteur im Oktober eine Niederlage gegen BP hinnehmen. Insgesamt wurden 2023 drei Schiedsverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet.
Die Aktie von Venture Global reagierte positiv auf die Nachricht. Sollten die Kursgewinne anhalten, würden die Papiere auf dem höchsten Stand seit dem 10. Oktober 2025 eröffnen – jenem Tag, an dem sie nach dem negativen BP-Schiedsspruch eingebrochen waren.
Weitere Verfahren noch anhängig
Die juristischen Auseinandersetzungen sind damit noch nicht beendet. Weitere europäische Energiekonzerne haben ebenfalls Klagen gegen Venture Global eingereicht. Darunter befinden sich die italienische Edison, die portugiesische Galp und der polnische Konzern Orlen. Diese Verfahren sind noch anhängig.
Die Vorwürfe ähneln sich in allen Fällen: Die Unternehmen werfen Venture Global vor, während der Energiekrise nach der russischen Invasion in der Ukraine Profit aus dem Verkauf von LNG auf dem Spotmarkt geschlagen zu haben, anstatt die vertraglich zugesicherten Lieferungen zu erfüllen. Die Spotmarktpreise waren damals stark gestiegen.
Unternehmen zeigt sich zuversichtlich
Venture Global weist die Vorwürfe zurück und erklärt, alle Bedingungen der langfristigen Verträge vollständig erfüllt zu haben. Das Unternehmen zeigt sich zuversichtlich, auch die verbleibenden Schiedsverfahren zu gewinnen.
Laut UBS-Analyst Manav Gupta werden die Ergebnisse der weiteren Schiedsverfahren gegen Edison, Galp und Orlen voraussichtlich in den Jahren 2026 und 2027 veröffentlicht. Diese Unsicherheit belastet weiterhin die Aktie des Unternehmens.
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Zur AktienanalyseMarktkapitalisierung stark gesunken
Die Marktbewertung von Venture Global ist seit dem Börsengang im Januar 2025 deutlich zurückgegangen. Von ursprünglich rund 58 Milliarden US-Dollar ist die Marktkapitalisierung auf etwa 22,16 Milliarden Dollar zum Handelsschluss am Mittwoch gesunken.
UBS-Analysten sehen in den anhängigen Schiedsverfahren den Hauptgrund für die gedrückte Kursentwicklung. Der Sieg gegen Repsol sollte jedoch eine große Erleichterung für die Anleger darstellen und könnte den Weg für eine Neubewertung der Aktie ebnen.

