Verbraucherschützer setzen sich für Verbesserungen bei den Sparkassen ein
Verbraucherschutzzentralen in Bayern, Brandenburg und Hessen sind der Meinung, dass die aktuellen Zustände nicht hinnehmbar sind

Sparkassenkunden haben in letzter Zeit einige Einschränkungen hinnehmen müssen, wie beispielsweise Filialschließungen, gesprengte Geldautomaten und niedrige oder sogar negative Zinsen auf Tagesgeldkonten. Nun fordern Verbraucherschützer eine gesetzliche Regelung, um Verbesserungen für die Kunden durchzusetzen.
Die Verbraucherschutzzentralen in Bayern, Brandenburg und Hessen sind der Meinung, dass die aktuellen Zustände nicht hinnehmbar sind. Sie möchten Änderungen der Sparkassengesetze erreichen und fühlen sich dabei durch ein Rechtsgutachten des Verwaltungswissenschaftlers Janbernd Oebbecke unterstützt. Oebbecke ist der Ansicht, dass es einen gewissen Spielraum für verbraucherschützende Vorgaben gibt, der genutzt werden kann.
Die konkreten Forderungen der Verbraucherschützer beinhalten ein flächendeckendes Filial- und Geldautomatennetz sowie angemessene Zinsen aufs Ersparte. Sie möchten gesetzlich festlegen lassen, wie viele Filialen und Geldautomaten vorhanden sein müssen, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten. Ein vergleichbares Vorgehen ist bereits bei der Deutschen Post AG bekannt, bei der die Anzahl der Briefkästen gesetzlich geregelt ist.
Die Verbraucherschützer betonen, dass die Sparkassen wieder stärker für die Menschen da sein müssen und nicht primär auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sein sollten. Tatsächlich steht bereits im Hessischen Sparkassengesetz, dass die Gewinnerzielung nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebs ist. Die Sparkassen haben die Aufgabe, geld- und kreditwirtschaftliche Leistungen zu erbringen und das Sparen zu fördern.
Das Filialsterben der Sparkassen hat mittlerweile bedenkliche Ausmaße angenommen. Ende 2021 gab es nur noch 7.732 Filialen, verglichen mit 12.810 Filialen vor zehn Jahren. Dies stellt eine Reduzierung um knapp 40 Prozent dar. Besonders ältere und weniger technikaffine Menschen sind von den Schließungen betroffen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseZusätzlich zu den Filialschließungen haben viele Sparkassen niedrige Zinsen auf Tagesgeldkonten. Während der Niedrigzinsphase haben einige Sparkassen sogar Negativzinsen eingeführt, während sie die aktuellen positiven Entwicklungen bei den Zinsen nicht an die Verbraucher weitergeben. Die Verbraucherschützer fordern, dass die Sparkassen Einlagen von Verbrauchern annehmen und angemessen verzinsen.
Die Forderungen der Verbraucherschützer spiegeln den Wunsch nach einer besseren Kundenorientierung und einer Stärkung der Sparkassen als öffentliche Institutionen wider. Die Verhandlungen über mögliche gesetzliche Änderungen stehen noch aus, aber die Verbraucherschützer sind zuversichtlich, dass sie mit ihren Forderungen Gehör finden werden.


