Ver.di-Warnstreik legt BER, München und Köln lahm
Flughafen Berlin-Brandenburg und der Nahverkehr in München und Köln trifft es am härtesten.

Der Warnstreik der Gewerkschaft ver.di trifft Deutschland zur Wochenmitte mit voller Wucht. Am Hauptstadtflughafen BER fiel seit den frühen Morgenstunden der gesamte Passagierflugverkehr aus – rund 445 Flugbewegungen und etwa 57.000 Passagiere sind betroffen. Der Streik soll bis zum Betriebsende um Mitternacht andauern.
Rund 2.000 Beschäftigte der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg folgten dem Streikaufruf, darunter Mitarbeiter der Feuerwehr, der Verkehrsleitung und des Terminalmanagements. Ein regulärer Flugbetrieb war damit ausgeschlossen. In den Terminals herrschte dennoch weitgehend Ruhe: Viele Reisende waren von ihren Airlines rechtzeitig informiert worden und traten ihre Reise gar nicht erst an.
Chaos auch im Münchner Nahverkehr
In München begann der ver.di-Warnstreik um 11.00 Uhr. Bereits ab 9.00 Uhr dünnte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) das Angebot bei U-Bahn und Tram aus, bevor ab dem späten Vormittag das Notnetz in Kraft trat. Busse sicherten dabei die Grundversorgung auf allen Linien im gesamten Stadtgebiet.
Besonders betroffen sind auch Fußballfans, die zum Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Atalanta Bergamo in die Allianz Arena reisen wollen. Die U-Bahnlinie U6 nach Fröttmaning fährt im Streikbetrieb stark eingeschränkt. Ab 17.30 Uhr setzt der FC Bayern kostenlose Busse zwischen der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke und der Haltestelle Kieferngarten ein – ergänzt durch zusätzliche Fahrten privater Busunternehmen. Die MVG empfiehlt eine frühzeitige Anreise und bittet um gegenseitige Rücksichtnahme.
Köln: Keine Stadtbahnen, Busse als Notlösung
In Köln spitzt sich die Lage weiter zu. Während sich die Situation in vielen nordrhein-westfälischen Städten nach dem Vortag leicht entspannte, fahren in Köln weiterhin keine Stadtbahnen. Defekte Fahrzeuge können streikbedingt weder repariert noch abgeschleppt werden. Busse übernehmen den Betrieb, teils mit Unterstützung externer Unternehmen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAm Donnerstag droht eine weitere Eskalation des Arbeitskampfes. In Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg könnten Busse und Bahnen dann ganztägig in den Depots bleiben. Für Bremen, Brandenburg und das Saarland ist die Beteiligung noch offen.
Es ist bereits der dritte großflächig koordinierte Streik in den laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), die ver.di parallel in allen Bundesländern führt. In Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Hessen konnten bereits Einigungen erzielt werden – ein Zeichen, dass eine Lösung grundsätzlich möglich ist.


