Ver.di-Warnstreiks legen ÖPNV in ganz Deutschland lahm
Gewerkschaft ver.di ruft Beschäftigte kommunaler Nahverkehrsunternehmen bundesweit zum Ausstand auf.

Die Gewerkschaft ver.di hat für Freitag und Samstag zu flächendeckenden Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Betroffen sind Beschäftigte kommunaler Nahverkehrsunternehmen – also Betreiber von Bussen, Trams, U-Bahnen und Fähren. In einigen Regionen könnten die Auswirkungen sogar bis Sonntag anhalten.
Fahrgäste sollten vor Reiseantritt unbedingt die Webseiten der jeweiligen Nahverkehrsunternehmen prüfen. Die Deutsche Bahn ist von den Streiks nicht betroffen – Regional- und Fernzüge sowie S-Bahnen verkehren planmäßig. Viele Verkehrsverbünde rechnen daher mit deutlich erhöhtem Passagieraufkommen im Bahnverkehr.
Die Tarifverhandlungen laufen seit November in allen 16 Bundesländern, meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden. Ver.di fordert vor allem bessere Arbeitsbedingungen: kürzere Wochenarbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn werden zusätzlich höhere Löhne verhandelt.
Betroffene Regionen im Überblick
In Nordrhein-Westfalen sind nahezu alle großen Städte betroffen, darunter Köln, Düsseldorf, Dortmund, Bonn und Bielefeld. In Hessen stehen in Frankfurt am Main sämtliche U-Bahnen und Straßenbahnen still – auch Wiesbaden, Kassel und Offenbach sind betroffen. Berlin erlebt Ausfälle bei der BVG, die U-Bahnen, Trams, Busse und Fähren betreibt.
In Bayern sind 13 Kommunen vom Streik erfasst, darunter München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg. Sachsen meldet Streiks in Dresden, Chemnitz, Zwickau und Leipzig – in Leipzig sogar bis Sonntag. In Thüringen fahren in Erfurt, Jena und Gera von Freitag bis Sonntag weder Busse noch Straßenbahnen.
In Bremen dauern die Streiks sogar bis Sonntagmorgen 3 Uhr, während Niedersachsen aufgrund einer Friedenspflicht verschont bleibt. Rheinland-Pfalz ist ab Freitagmorgen betroffen, wobei ver.di in Kaiserslautern wegen des Heimspiels des 1. FC Kaiserslautern eine Ausnahme macht und den Streik dort bereits um 4 Uhr samstags beendet.
Baden-Württemberg vorerst ausgenommen
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Zur AktienanalyseEine Ausnahme bildet Baden-Württemberg: Hier hat ver.di der Arbeitgeberseite bis Montag Zeit für ein Angebot gegeben – vorerst gibt es daher keine neuen Warnstreiks im ÖPNV. Nach Ansicht der Gewerkschaft kamen die Gespräche zuletzt kaum voran, weshalb der Druck durch Arbeitsniederlegungen erhöht wird.
Auch beim ersten bundesweiten ÖPNV-Warnstreik am 2. Februar war der Nahverkehr in weiten Teilen Deutschlands nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Fahrgäste sollten sich auf Notfahrpläne und entsprechend überfüllte Fahrzeuge einstellen.


