Verkehrschaos durch Warnstreiks in Deutschland
Gewerkschaften erhöhen Druck auf Arbeitgeber - Ausstände im Verkehr verursachen Chaos

In Deutschland herrscht derzeit Verkehrschaos: Ein umfassender Warnstreik der Gewerkschaft ver.di und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat dazu geführt, dass seit Mitternacht in ganz Deutschland Züge, Busse und Flugzeuge stillstehen. Die Ausstände sollen 24 Stunden andauern und dürften zu erheblichen Ausfällen und Staus im gesamten Verkehrssektor führen. Auch die Autobahngesellschaft, Wasserstraßen und Häfen sind von dem Streik betroffen. Sieben Bundesländer haben zudem angekündigt, dass auch der öffentliche Personennahverkehr bestreikt wird.
Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften den Druck in ihren aktuellen Tarifrunden erhöhen. Ver.di hat bundesweit 120.000 Beschäftigte zum Streik aufgerufen, die EVG 230.000 Beschäftigte bei Bus und Bahn. Die Arbeitnehmer fordern eine Erhöhung des Einkommens um 10,5 Prozent über 12 Monate, mindestens jedoch 500 Euro. Die Arbeitgeber lehnen einen Mindestbetrag ab und bieten 5,0 Prozent mehr Lohn über 27 Monate an.
Ver.di-Chef Frank Werneke verteidigte den umfassenden Warnstreik und betonte, dass die Beschäftigten eindeutig hinter den Forderungen der Gewerkschaften stehen würden. Insbesondere der geforderte Mindestbetrag von 500 Euro wird von den Arbeitgebern bisher abgelehnt. Werneke erklärte, dass ver.di das nicht akzeptieren könne und lieber jetzt ein starkes Signal setzen wolle, als in den kommenden Wochen in Arbeitskämpfen zu verharren.
Bundesweit sind in Folge des Streiks Hunderttausende Berufspendler auf ein alternatives Verkehrsmittel ausgewichen, was zu einer Überlastung der Straßen und Autobahnen führte. Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr komplett und den Regionalverkehr größtenteils eingestellt. Nahezu sämtliche deutschen Flughäfen sind bestreikt worden, ausgenommen ist der Berliner Airport. Insgesamt haben Ver.di und EVG ca. 350.000 Mitarbeiter dazu aufgerufen, sich an dem Streik zu beteiligen.
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Zur AktienanalyseDie Gewerkschaften hoffen, dass der umfassende Warnstreik ein starkes Signal an die Arbeitgeber sendet und die Tarifverhandlungen zugunsten der Arbeitnehmer entschieden werden. Die Arbeitgeberseite hingegen betont, dass solche Streiks letztlich höhere Kosten für alle Bürger mit sich bringen. Die Verhandlungen in den kommenden Tagen zwischen Ver.di, der EVG und den Arbeitgebern werden zeigen, ob sich eine Einigung abzeichnet oder weitere Streiks drohen.


