Verluste erschüttern den Kryptomarkt deutlich
Zinssorgen, starker Dollar und geplatzte Wetten verstärken den Abwärtstrend

Die Verluste am Kryptomarkt setzen sich unvermindert fort, und der Marktwert aller Kryptowährungen ist um 600 Milliarden Dollar eingebrochen. Insbesondere die führende Kryptowährung Bitcoin steht im Fokus. Nach einem Rekordhoch von rund 108.000 Dollar am Dienstag ist der Kurs um über 14 Prozent gefallen und liegt laut Coinmarketcap-Daten am Freitagnachmittag unter der Marke von 93.000 Dollar. Andere Kryptowährungen wie Ether und Dogecoin sind noch stärker betroffen, mit Verlusten von 20 beziehungsweise 27 Prozent.
Hauptgründe für die derzeitige Marktschwäche sind Zinssorgen und ein starker US-Dollar. Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch den Leitzins um 0,25 Prozent gesenkt, jedoch Erwartungen auf weitere Senkungen gedämpft. Statt der von Anlegern erwarteten vier weiteren Zinssenkungen in 2025 kündigte die Fed lediglich zwei an. Dies führte zu einem Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen und einem stärkeren Dollar, der auf den höchsten Stand seit zwei Jahren kletterte. Analysten zufolge haben diese Entwicklungen die Risikobereitschaft der Anleger deutlich reduziert.
Die Unsicherheit wird durch Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell verstärkt, der jegliche Pläne für eine nationale Krypto-Reserve der USA ausschloss. Er stellte klar, dass die Federal Reserve keine Bitcoin besitzen dürfe und keine Gesetzesänderung in diese Richtung anstrebe. Diese Aussagen widersprechen den Hoffnungen vieler Anleger, die nach der US-Wahl von einer kryptofreundlicheren Politik unter dem designierten Präsidenten Donald Trump ausgegangen waren. Trumps Wahlkampfversprechen umfassten die Lockerung von Regulierungen und die Absetzung des kryptokritischen SEC-Chefs Gary Gensler, der bereits seinen Rücktritt eingereicht hat.
Auch die Anlegerstimmung trägt zur aktuellen Marktlage bei. Nach der Wahl hatte ein Kaufrausch eingesetzt, der den Bitcoin-Preis binnen 42 Tagen um 56 Prozent ansteigen ließ. Daten der Plattform Alternative.me zeigen jedoch, dass die Stimmung in den Bereich extremer Gier kletterte, was als Warnsignal gilt. Solche Zustände erhöhen die Anfälligkeit für Kurskorrekturen, da neue Käufer fehlen könnten, um fallende Kurse aufzufangen.
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Zur AktienanalyseZusätzlich belasten geplatzte Wetten auf steigende Kurse den Markt. Laut Coinglass wurden seit Mittwoch Positionen im Wert von 400 Millionen Dollar liquidiert, was den Verkaufsdruck weiter verstärkt. Analysten sehen weitere Verluste als möglich an. Sollte der Bitcoin unter die Marke von 92.000 Dollar fallen, könnte dies Anschlussverkäufe auslösen und den Marktwert weiter schrumpfen lassen.


