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Vernachlässigte Kalksysteme können Minen zum Stillstand bringen

Kalkhandhabungssysteme gelten im Bergbau als Nebensache – dabei können Ausfälle den gesamten Betrieb lahmlegen.

Vernachlässigte Kalksysteme können Minen zum Stillstand bringen

Bergbauunternehmen weltweit investieren zunehmend in bestehende Betriebe statt in neue Projekte. Hohe Kosten, knappes Kapital und langwierige Genehmigungsverfahren machen neue Minen unattraktiver. Diese Verschiebung rückt die Anlagenzuverlässigkeit und den effizienten Einsatz von Reagenzien in den Mittelpunkt – und damit auch Systeme, die bislang kaum Beachtung fanden.

Zach Richardson, Sales Manager bei Carmeuse Systems, warnt in einem Interview mit The Northern Miner eindringlich vor den Risiken vernachlässigter Kalkhandhabungs- und Kalklöschsysteme. Obwohl diese Systeme oft außerhalb des Hauptprozesses einer Aufbereitungsanlage angesiedelt sind, beeinflussen sie direkt die nachgelagerte Chemie, die Metallgewinnung sowie die Betriebszeit und die Betriebskosten.

Investitionen in bestehende Anlagen statt neue Projekte

Richardson beschreibt eine klare Trendwende in der Branche: „Vor einem Jahrzehnt investierten Bergbauunternehmen deutlich mehr Kapital in neue Betriebe. In den letzten Jahren hat sich das Pendel in Richtung bestehender Standorte verschoben." Der Grund liegt auf der Hand: Investitionen in aktive Standorte liefern schnellere Renditen, ohne die enormen Ausgaben für den Bau einer neuen Mine.

Wenn Unternehmen in bestehende Betriebe investieren, konzentrieren sie sich zunächst auf höhere Produktion, niedrigere Betriebskosten und bessere Zuverlässigkeit. Die Systeme, die die Kernprozesse speisen – darunter Kalk-Equipment – werden dabei jedoch häufig übersehen. „Es wird vielleicht als zweitrangig behandelt, aber die Anlage ist dennoch davon abhängig", so Richardson.

Ausfall eines Kalksystems kann die gesamte Mine stilllegen

Die Konsequenzen von Vernachlässigung können gravierend sein. Richardson erklärt, dass sein Unternehmen oft erst dann kontaktiert wird, wenn am Standort bereits ein Notfall vorliegt. Dies birgt erhebliche Sicherheitsrisiken: Teams müssen ungeplante Wartungsarbeiten durchführen, teils in engen Bereichen mit Hitze- und Staubbelastung. Im schlimmsten Fall muss die Mine andere Teile der Aufbereitungsanlage stilllegen, wenn das Kalksystem versagt.

Ein weiteres Problem ist der Widerstand gegen Veränderungen. Betreiber behalten oft veraltete Ansätze bei, solange die Ausrüstung noch irgendwie läuft – selbst bei mangelhafter Funktion. Richardson weist darauf hin, dass Kalk seit der Pandemie ein wesentlich teurerer Prozessfaktor geworden ist. Ineffiziente Maschinen verschwenden damit direkt Reagenzien und Geld. Carmeuse Systems verfolgt deshalb das Konzept der „Kalkausnutzung": So viel Kalk wie möglich für die Nutzarbeit einzusetzen, anstatt ihn zu verschwenden.

Wissensabfluss als strukturelles Problem der Bergbaubranche

Neben technischen Mängeln identifiziert Richardson den Verlust erfahrener Arbeitskräfte als eines der größten Hindernisse. Erfahrene Mitarbeiter gehen in den Ruhestand, während jüngere Angestellte häufiger zwischen Unternehmen wechseln. Standorte verlieren Wissen schneller, als sie es ersetzen können.

Richardson schildert ein bezeichnendes Beispiel: Ein junger Bediener wandte sich mit den Worten an ihn: „Ich möchte einen guten Job machen, aber ich weiß einfach nicht, wie ich dieses Gerät bedienen soll. Ich habe keine Ahnung, was wir hier tun. Bitte helfen Sie mir." Solche Aussagen, so Richardson, höre er an einem Standort nach dem anderen.

Die Lösung sieht Richardson in einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bergbauunternehmen und Lieferanten. Ein regionaler Engineering-Manager brachte es gegenüber Richardson auf den Punkt: „Wir müssen uns darauf verlassen, dass unsere Lieferanten wissen, wie man diese Maschinen und Systeme so effizient wie möglich betreibt. Wir haben intern einfach nicht das Wissen dafür." Da Carmeuse Systems Teil eines Kalkproduzenten ist, verfügt das Unternehmen nach eigenen Angaben über Expertise sowohl beim Rohstoff als auch bei den Handhabungs- und Löschgeräten – ein Vorteil, da Kalkqualität, Wasser und Betriebsbedingungen die Systemleistung direkt beeinflussen.

Richardson fasst die Kernbotschaft klar zusammen: Bessere Ausrüstung allein löst das Problem nicht. Die Bediener müssen wissen, wie sie eingesetzt wird – und die Branche muss dieses Wissen aktiv bewahren und zugänglich machen.

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