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Versicherer senken Öl- und Gaspreise drastisch im Wettbewerb

Führende Versicherer wie Allianz, Axa XL und Tokio Marine Kiln akzeptieren Verluste, um Marktanteile in der Upstream-Energieversicherung zu sichern.

Versicherer senken Öl- und Gaspreise drastisch im Wettbewerb

Führende Versicherer haben ihre Prämien für die Absicherung von Öl- und Gasbohrungen sowie Explorationen außerhalb des Nahen Ostens drastisch gesenkt. Laut Maklern sind die Preise für sogenannte Upstream-Energieversicherungen seit Jahresbeginn um etwa ein Viertel gefallen. Einige Anbieter haben ihre Tarife im Kampf um Marktanteile sogar um bis zu die Hälfte reduziert.

Die Upstream-Energieversicherung deckt unter anderem neue Öl- und Gasbohrungen, den Bau von Offshore-Plattformen sowie Risiken wie Sachschäden, Kontrollverlust und Betriebsunterbrechungen ab. Zu den sogenannten „Blowouts" zählen dabei Vorfälle, bei denen Druckkontrollsysteme versagen – ein erhebliches Risiko in der Öl- und Gasindustrie.

Verlustgeschäfte im Kampf um Großkunden

Konzerne wie Allianz, Axa XL und Tokio Marine Kiln haben laut mit den Bilanzen vertrauten Personen Verträge zu Sätzen abgeschlossen, die unter dem sogenannten „technischen" Preis liegen. Das ist jener Satz, bei dem die internen Modelle der Versicherer nach Abzug erwarteter Schadensfälle die Gewinnschwelle prognostizieren. Die Unternehmen nehmen damit bewusst kurzfristige Verluste in Kauf.

Auf Anfrage erklärte die Allianz, dass ihr Upstream-Energiesatz per Mitte Juli „nicht unter" dem Break-even-Punkt gelegen habe. „Wir verfolgen einen disziplinierten Underwriting-Ansatz, der auf eine sorgfältige Risikoselektion und langfristige Kundenbeziehungen ausgerichtet ist", so das Unternehmen. TMK und Axa XL lehnten eine Stellungnahme ab.

Die massiven Preisnachlässe spiegeln den Wettbewerb um Großkunden im petrochemischen Sektor wider. Einige Versicherer setzen zudem auf eine steigende Nachfrage, die durch höhere Ölpreise und die von US-Präsident Donald Trump propagierte „Drill, baby, drill"-Agenda ausgelöst werden könnte. Das tatsächliche Wachstum in der Upstream-Energieproduktion hat sich bisher jedoch nur langsam eingestellt.

Nahost-Konflikt verändert die Risikolandschaft

Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Marktdynamik zusätzlich verändert. Einige Energieprojekte im Nahen Osten sind dazu übergegangen, eine Kriegsrisikoversicherung anstelle einer Standarddeckung abzuschließen. Die verbleibenden Projekte außerhalb der Region gelten dadurch als vergleichsweise risikoärmer und sind günstiger zu versichern.

Rupert Mackenzie, Makler für Versicherungen im Bereich natürliche Ressourcen bei WTW, erklärte, der Krieg im Nahen Osten habe Ölkonzerne dazu veranlasst, nach neuen Offshore-Erschließungen zu suchen. Er verwies dabei auf neue Projekte von BP im Golf von Mexiko sowie auf Ölexplorationen vor der Küste von Suriname. Mackenzie gab jedoch zu bedenken, dass die meisten dieser Projekte relativ geringe Versicherungssummen aufwiesen, während die Versicherer nach Megaprojekten mit einem Versicherungswert von 2 Milliarden US-Dollar oder mehr suchten.

Infolgedessen sehe sich der Upstream-Energiemarkt einem „massiven Überangebot" an Kapital gegenüber, das um die Absicherung dieser Risiken konkurriere, so Mackenzie. Dieser Kapitalüberschuss ist Teil eines breiteren Trends sinkender Kosten für Spezialversicherungen in vielen Geschäftsbereichen – die Preise für Upstream-Energie fallen jedoch schneller als in den meisten anderen Sparten.

Indonesischer Staatskonzern als Beispiel

Ein konkretes Beispiel für den Preisverfall liefert der staatliche indonesische Öl- und Gasmanager SKK Migas. Das Unternehmen sicherte sich im Juni eine Prämie, die etwa halb so hoch war wie zuvor, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten. Im vergangenen Jahr hatte SKK Migas mehr als 20 Millionen US-Dollar an Jahresprämien für eine Upstream-Energiepolice gezahlt, bei der CV Starr als federführender Versicherer fungierte.

Im Rahmen der neuen Police zahlt das Unternehmen nun etwa 12 Millionen US-Dollar pro Jahr bei einer versicherten Gesamtschadensgrenze von mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Dies setzt die Versicherer bei verhältnismäßig geringem Ertrag potenziell hohen Verlusten aus. SKK Migas und CV Starr reagierten nicht auf mehrere Anfragen zur Stellungnahme.

Trotz der aktuellen Verlustrisiken blicken viele Marktteilnehmer langfristig optimistisch auf den Sektor. „Der Upstream-Sektor ist für den Markt seit vielen Jahren ein sehr profitabler Bereich", sagte Mackenzie. Trotz der drohenden Krise sei die Haltung der Versicherer klar: „Dies ist ein Sektor, in dem sie weiterhin engagiert sein möchten."

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