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Versicherungspreise im Aufschwung

Kfz-Inflation und Naturkatastrophen verändern den Markt

Versicherungspreise im Aufschwung

In einem kürzlichen Treffen in Baden-Baden stand die Erneuerungsrunde für Deutschland und Europa auf der Agenda der Versicherungswelt. Dabei stellten sich Versicherer und Makler auf höhere Preisforderungen ein. Die Preistreiber in diesem Zusammenhang sind die Inflation und der vermehrte Eintritt von Naturkatastrophen. Die Munich Re, der weltweit größte Rückversicherer, plant, die Inflation in den kommenden Preisverhandlungen als zentralen Faktor einzubeziehen. Ebenso sollen die gestiegenen Kosten durch Naturkatastrophen in den Preisen reflektiert werden.

Clarisse Kopff, ein Vorstandsmitglied der Münchener Rück, erklärte, dass der Rückversicherer weiterhin am Markt aktiv sei, vorausgesetzt, die Preisstrukturen seien angemessen. Sie betonte, dass es keine flächendeckenden Preissteigerungen geben werde, jedoch müssten Faktoren wie die Inflation und die vermehrte Häufigkeit von extremen Wetterereignissen in Europa in den Tarifen Berücksichtigung finden. Hinzu kommen andere Risiken wie die jüngsten Unruhen in Frankreich, die erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachten.

Swiss Re, der zweitgrößte Rückversicherer, sieht die Inflation im nächsten Jahr bei 2,6 Prozent, während die Munich Re sie auf drei Prozent schätzt. Angesichts der steigenden Anzahl schwerer Naturkatastrophen und potenzieller sozialer Unruhen nimmt auch das Bedürfnis nach Rückversicherungsschutz zu. Für das Jahr 2024 prognostiziert Swiss Re einen zusätzlichen Bedarf an Deckungen für Naturkatastrophen von vier bis fünf Milliarden Euro in Europa, Afrika und dem Nahen Osten.

Ein spezieller Bereich, der besonders von der Inflation betroffen ist, ist die Kfz-Versicherung. Eine Schätzung des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft hat ergeben, dass die Ausgaben der Unternehmen in diesem Bereich die Einnahmen voraussichtlich um 2,5 Milliarden Euro übersteigen werden. Neben der allgemeinen Inflation sind auch branchenspezifische Inflationsfaktoren, wie die steigenden Kosten für Autoteile, zu berücksichtigen.

Ein weiteres Highlight ist das rasante Wachstum im Bereich der Cyberversicherungen. Angesichts der anhaltenden Hackerangriffe prognostiziert die Munich Re für 2027 ein Marktvolumen von rund 8 Milliarden US-Dollar für den europäischen Cybermarkt. Allerdings gibt es Grenzen in diesem Geschäftsbereich: bestimmte Risiken, wie der Ausfall des Internets oder ein Cyberkrieg, sind unversicherbar.

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