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Victoria's Secret übertrifft Erwartungen – Analysten warnen vor Übertreibung

Nach einem Kurssprung von über 40% mahnen Jefferies und UBS zur Vorsicht bei der Lingerie-Aktie.

Victoria's Secret übertrifft Erwartungen – Analysten warnen vor Übertreibung

Victoria's Secret (VSCO) hat im ersten Quartal 2026 die Erwartungen deutlich übertroffen und damit eine bemerkenswerte Kursreaktion ausgelöst. Der Umsatz des bekannten US-Einzelhändlers für Damenbekleidung und Lingerie stieg um 15 Prozent und übertraf damit die eigenen Prognosen des Managements. Auch das flächenbereinigte Umsatzwachstum fiel mit 13 Prozent stark aus. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,56 US-Dollar – nach einem Verlust von 0,02 US-Dollar je Aktie im ersten Quartal 2025.

Das Unternehmen hob zudem seine Jahresprognose an. Normalerweise tun Unternehmen dies nicht nach einem einzigen Quartal, es sei denn, sie blicken äußerst zuversichtlich in die Zukunft. Die Anleger reagierten entsprechend positiv – das Ausmaß der Reaktion war jedoch mit einem Kurssprung von über 40 Prozent an einem einzigen Handelstag bemerkenswert hoch.

Starkes Quartal trotz schwächerer Konsumstimmung

Besonders beachtenswert ist das Ergebnis vor dem Hintergrund einer zunehmenden Budgetorientierung der Verbraucher. Victoria's Secret arbeitet seit mehreren Jahren an einem geschäftlichen Turnaround, und die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass dieser Prozess Früchte trägt. Der Sprung von einem Verlust zu einem Gewinn je Aktie innerhalb eines Jahres unterstreicht die operative Verbesserung des Unternehmens.

Die angehobene Jahresprognose sieht nun einen Umsatz zwischen 7,03 Milliarden und 7,13 Milliarden US-Dollar vor, nach einer ursprünglichen Spanne von 6,85 bis 6,95 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einer Anhebung von weniger als 3 Prozent an beiden Enden der Spanne. Deutlicher fällt die Verbesserung beim bereinigten Betriebsergebnis aus: Dieses soll nun zwischen 550 Millionen und 580 Millionen US-Dollar liegen, gegenüber einer früheren Spanne von 430 bis 460 Millionen US-Dollar – ein Anstieg von rund 26 bis 28 Prozent.

Jefferies und UBS sehen Kursanstieg als übertrieben

Trotz der soliden Quartalszahlen bereitet der massive Kursanstieg den Analysten von Jefferies und UBS Sorgen. Im Wesentlichen befürchten diese Experten, dass die Anleger bereits alle guten Nachrichten eingepreist haben und kaum noch weiteres Aufwärtspotenzial besteht. Der eintägige Kurssprung von 40 Prozent stellt die Anpassungen der Unternehmensprognose deutlich in den Schatten.

Die Analysten sehen die Gefahr, dass der Markt Victoria's Secret quasi über Nacht als vollständig transformiertes Unternehmen bewertet – eine Einschätzung, die möglicherweise zu optimistisch ist. Das restliche Jahr mag zwar stärker ausfallen als ursprünglich erwartet, doch rechtfertigt eine Prognoseanhebung von unter 3 Prozent beim Umsatz kaum eine Kursbewegung von 40 Prozent.

Was Anleger jetzt beachten sollten

Für Anleger, die die Aktie bereits vor dem Kurssprung im Depot hatten, empfehlen Jefferies und UBS, die Investmentthese zu überdenken und möglicherweise Gewinne mitzunehmen. Wer die Aktie hingegen nicht hielt, sollte die dramatisch veränderte Bewertungssituation berücksichtigen.

Hinzu kommen die übergeordneten Risiken, die die Wall Street derzeit beschäftigen:

  • Inflationsrisiken
  • Steigende Energiepreise
  • Wachsendes Rezessionsrisiko

Angesichts dieser Faktoren erscheint es zum jetzigen Zeitpunkt wenig ratsam, der Masse in die Aktie zu folgen. Victoria's Secret hat zweifellos ein starkes Quartal geliefert und Fortschritte beim Turnaround erzielt – doch ob der aktuelle Kurs diese Fortschritte bereits vollständig widerspiegelt oder sogar überbewertet, ist die entscheidende Frage für Investoren.

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