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Viele Ladesäulen bleiben ungenutzt in Deutschland

Regionale Unterschiede und schwache E-Auto-Nachfrage bremsen die Auslastung der Ladeinfrastruktur

 Viele Ladesäulen bleiben ungenutzt in Deutschland

Viele Ladesäulen für Elektroautos in Deutschland sind derzeit kaum ausgelastet. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft waren im zweiten Halbjahr 2024 durchschnittlich nur rund 17 Prozent der öffentlich zugänglichen Ladepunkte zeitgleich belegt. Nur etwa jeder fünfte Ladepunkt wies eine überdurchschnittliche Auslastung auf, während vier von fünf Ladepunkten eine Auslastung von weniger als 17 Prozent hatten. Laut einer Analyse des Marktdatenspezialisten Elvah, über die die "Automobilwoche" berichtete, wurde rund ein Viertel der Ladepunkte überhaupt nicht genutzt.

Die Auslastung schwankt regional stark und liegt je nach Region zwischen drei und 40 Prozent. In manchen Gebieten sind im Durchschnitt nur drei Prozent der Ladepunkte belegt, sodass aus Sicht von Elektroautofahrern 97 Prozent der Ladepunkte frei verfügbar sind. Diese Situation führte dazu, dass der Karlsruher Energiekonzern EnBW sein Ausbauziel für Ladepunkte angepasst hat. Nach Einschätzung des Unternehmens besteht derzeit kein Engpass bei der Ladeinfrastruktur. Konzernchef Georg Stamatelopoulos erklärte, dass das Ausbauziel für 2030 von ursprünglich 30.000 auf 20.000 Ladepunkte reduziert wurde. Allerdings gehe das Unternehmen lediglich von einer zeitlichen Verschiebung aus und erwarte langfristig keine gravierende Änderung des Trends.

Anfang Februar 2025 gab es laut Bundesnetzagentur 161.686 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland, ein Zuwachs von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Darunter befanden sich 36.278 Schnellladepunkte, deren Zahl innerhalb eines Jahres um 39 Prozent gestiegen ist. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 eine Million Ladepunkte zu erreichen, bleibt weiterhin bestehen. EnBW plant die Größe seiner Standorte auf Basis der erwarteten Auslastung in etwa fünf Jahren. Ladepunkte, die derzeit wenig genutzt werden, sollen mit steigendem Bestand an Elektrofahrzeugen künftig stärker frequentiert werden.

Bei der Planung berücksichtigt EnBW verschiedene Faktoren wie die Entwicklung der E-Auto-Zahlen, das bestehende Angebot an Ladeinfrastruktur sowie die Quote der Nutzer, die ihr Fahrzeug zu Hause laden können. Nach Angaben von BDEW-Chefin Kerstin Andreae beeinflussen mehrere Faktoren die Auslastung, darunter die Zahl der E-Pkw, die Dichte der Ladepunkte, private Lademöglichkeiten und die Ladeleistung. Andreae betonte, dass das Ladeangebot derzeit schneller wachse als die Zahl der Elektrofahrzeuge. Sie forderte daher Maßnahmen zur Stärkung der Nachfrage nach E-Autos, etwa durch die Beibehaltung europäischer Flottengrenzwerte für den CO₂-Ausstoß und durch günstigere Fahrzeugmodelle. Auch EnBW sieht nachhaltige Anreize für den Fahrzeugkauf als wichtiger an als eine pauschale Förderung des Ladeinfrastrukturausbaus.

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