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Virginias Cannabis-Gesetz beunruhigt Hanfbauern und Kleinunternehmer

Neue Gesetzgebung in Virginia bevorzugt laut Kritikern Großkonzerne gegenüber lokalen Farmern und kleinen Hanfunternehmen.

Virginias Cannabis-Gesetz beunruhigt Hanfbauern und Kleinunternehmer

In Virginia sorgt die bevorstehende Neugestaltung des Cannabis- und Hanfmarkts für erhebliche Unruhe unter Kleinunternehmern und Landwirten. Während ein legaler Cannabismarkt im nächsten Sommer starten soll, sehen sich viele Branchenvertreter bereits jetzt mit existenziellen Unsicherheiten konfrontiert. Kritiker werfen den Gesetzgebern vor, „das von ihnen geschaffene Gesetz ändern zu wollen, um Wall-Street-Konzerne gegenüber Farmern und Kleinunternehmen in Virginia eindeutig zu bevorzugen".

Barbara Biddle, Inhaberin der „District Hemp Botanicals"-Läden in Manassas, hat ihrem Vermieter bereits die Kündigung für einen ihrer zwei Standorte übermittelt. Ihre Geschäfte verkaufen hanfhaltige Produkte wie Cremes, Badesalze, angereicherte Getränke und Fruchtgummis, die CBD oder THC enthalten – zwei chemische Verbindungen, die sowohl in Cannabis- als auch in Hanfpflanzen vorkommen. „Es ist so viel im Umbruch", sagte Biddle. Ihr Standort in Leesburg wird demnächst schließen.

CBD (Cannabidiol) erzeugt keine berauschende Wirkung, THC (Tetrahydrocannabinol) hingegen schon. Beiden Substanzen werden gesundheitliche Vorteile wie Schmerzlinderung sowie der Abbau von Stress und Angstzuständen zugeschrieben. Mit THC versetzte Getränke haben sich zudem als Alkoholalternative für Menschen etabliert, die auf Alkohol verzichten, aber nicht völlig nüchtern bleiben wollen.

Doppelte Bedrohung: Bundes- und Landesrecht im Wandel

Die Branche steht vor einer doppelten Herausforderung. Auf Bundesebene hatte der sogenannte „Farm Bill" des Kongresses im Jahr 2018 Hanfprodukte mit bis zu 0,3 Prozent THC ermöglicht und damit die Türen für breitere Hanfmärkte geöffnet. Ende letzten Jahres änderte der Kongress jedoch seinen Kurs – bis November dieses Jahres werden viele bislang legale Produkte illegal werden. Seit Ende Juni verfolgen einige Bundesgesetzgeber zwar Maßnahmen zur Unterstützung der Hanfindustrie, doch die Lage bleibt ungewiss.

Gleichzeitig soll Virginias legaler Cannabismarkt im Juli des nächsten Jahres starten – ein Markt, der ursprünglich als Chance für lokale Unternehmer galt. Virginia hatte 2018 zunächst einen verschreibungspflichtigen medizinischen Markt für Cannabis zugelassen, bevor die Bestrebungen für einen Freizeitmarkt zunahmen.

Auch Graham Redfern, ein Farmer aus dem Caroline County, macht sich während der laufenden Aussaatzeit Sorgen um seine Ernte. „Cannabis, und nichts anderes ist Hanf, produziert Cannabinoide", sagte Redfern. „Es ist fast unmöglich, in der Welt des Industriehanfs eine Branche aufzubauen, ohne die Pflanze zur Reife zu bringen, wodurch dann Cannabinoide entstehen, was dann wiederum als Marihuana gilt." Bis zum Herbst werden viele seiner Produkte illegal sein.

Strengere Regeln bereits umgesetzt – dennoch neue Hürden

Sowohl Redfern als auch Biddle betonen, dass sie die strengen Beschränkungen für ihre Branche innerhalb des Bundesstaates bereits eingehalten haben. Die strengeren Leitplanken waren eingeführt worden, nachdem die Zahl der Anrufe bei Giftnotrufzentralen sprunghaft angestiegen war – weil Kinder sogenannte „Edibles", also hanfhaltige Lebensmittel, gegessen hatten, die sie für gewöhnliche Süßigkeiten hielten, oder weil Personen stärker berauscht waren als beabsichtigt.

Der „Senate Bill 903" aus dem Jahr 2023 hatte die Hanfgesetze in Virginia bereits strenger als die Bundesgesetze gestaltet. Die Folge waren verbesserte kindersichere Verpackungen, Labortests durch Dritte und Neuformulierungen von Produkten. Zudem wurde eine chemische Zusammensetzung vorgeschrieben, bei der Produkte das 25-fache an CBD im Verhältnis zu jedem Teil THC aufweisen müssen. Trotz dieser Anpassungen sehen sich die Unternehmer nun mit weiteren gesetzlichen Veränderungen konfrontiert, die ihre Existenz erneut in Frage stellen.

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