Viridis Mining setzt auf westliche Abnehmer statt China für Seltene Erden
Der australische Bergbaukonzern Viridis will seine brasilianische Colossus-Mine ausschließlich an US-amerikanische und europäische Käufer liefern.

Der australische Seltenerd-Bergbaukonzern Viridis Mining and Minerals befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit potenziellen Abnehmern in Europa und den USA. Im Fokus steht die Colossus-Mine im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. CEO Rafael Moreno machte gegenüber Reuters deutlich, dass das Unternehmen trotz starken chinesischen Interesses keinerlei Absicht hegt, chinesische Partner einzubinden.
Viridis eröffnete am Donnerstag sein Forschungs- und Verarbeitungszentrum für Seltene Erden in Poços de Caldas. Das Zentrum soll das erste gemischte Seltenerdkarbonat der Mine produzieren, das unter anderem die Mineralien Neodym und Terbium enthält. Die Anlage wird voraussichtlich bis zu 100 Kilogramm Erz pro Stunde verarbeiten und soll die laufenden Abnahmeverhandlungen mit westlichen Käufern unterstützen.
Strategische Entscheidung für den westlichen Markt
CEO Moreno begründete die Ausrichtung auf westliche Abnehmer mit einer klaren wirtschaftlichen und strategischen Logik: „Wir haben uns schon sehr früh dazu entschlossen, den westlichen Weg einzuschlagen. Im Zuge der Diversifizierung der Lieferketten glauben wir, dass wir einen besseren Wert für unsere Produkte erzielen werden, verglichen mit der Preisunterdrückung, zu der China in der Lage ist, wenn das gesamte Produkt dorthin geht." Auch Gespräche mit Investoren und Kreditgebern hätten sich darauf konzentriert, das Projekt außerhalb chinesischer Lieferketten zu halten.
Der Hintergrund dieser Entscheidung ist die globale Dominanz Chinas im Bereich Seltene Erden: Das Land verantwortet rund 60 Prozent der weltweiten Minenproduktion und 90 Prozent oder mehr der raffinierten Produktion. Im April 2025 führte Peking zudem Exportbeschränkungen als Reaktion auf US-Zölle ein – ein Schritt, der die Abhängigkeit westlicher Industrien von chinesischen Lieferketten erneut schlagartig ins Bewusstsein rückte.
Wachsender Bedarf an kritischen Mineralien in Europa und den USA
Die Eröffnung des Verarbeitungszentrums fällt in eine Zeit, in der Regierungen in Europa und den USA intensiv daran arbeiten, ihre Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen zu reduzieren. Seltene Erden sind unverzichtbar für die Produktion von Elektrofahrzeugen und modernen Verteidigungssystemen. Projekte wie Colossus gelten daher als strategisch bedeutsam für die Diversifizierung westlicher Lieferketten.
Das Colossus-Projekt ist das erste Vorhaben von Viridis in Brasilien. Das Unternehmen ist darüber hinaus in Australien und Kanada aktiv. Die Gesamtkosten des Projekts werden laut Moreno auf 360 bis 370 Millionen US-Dollar geschätzt, wobei die Investition auf bis zu 400 Millionen US-Dollar ansteigen könnte. Der vollständige Produktionsbetrieb soll bis Ende 2028 aufgenommen werden.
Die wichtigsten Eckdaten des Projekts im Überblick:
Standort:
Minas Gerais, Brasilien
Produkte:
Gemischtes Seltenerdkarbonat, u. a. Neodym und Terbium
Kapazität:
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Zur AktienanalyseBis zu 100 kg Erz pro Stunde
Projektkosten:
360–400 Millionen US-Dollar
Produktionsstart:
Geplant bis Ende 2028
Abnehmer:
Ausschließlich westliche Käufer (USA und Europa)


