Vivid Money und der fehlende Schutz
Warum bei Konten und Anlagen keine deutsche Einlagensicherung greift

Das Berliner Fintech-Unternehmen Vivid Money bietet seinen Kunden ein breites Spektrum an Finanzdienstleistungen. Neben klassischen Girokonten umfasst das Angebot auch Geschäfts- und Zinskonten sowie die Möglichkeit, in Aktien und ETFs zu investieren. Das Unternehmen wirbt mit einer schnellen Kontoeröffnung und attraktiven Konditionen für Onlinebanking und Geldanlage. Seit seiner Gründung im Jahr 2019 hat sich Vivid Money als digitale Alternative zu traditionellen Banken positioniert.
Im Frühjahr 2024 kam es zu einer grundlegenden Veränderung bei der Struktur des Unternehmens. Bis zu diesem Zeitpunkt kooperierte Vivid Money mit der Solarisbank, einem deutschen Kreditinstitut mit entsprechender Bankenlizenz. Diese Partnerschaft brachte den Vorteil, dass Kundeneinlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Person durch die gesetzliche deutsche Einlagensicherung geschützt waren. Mit der Umstellung übernahmen nun verschiedene ausländische Gesellschaften zentrale Aufgaben innerhalb des Unternehmens.
Für Kunden bedeutet dies, dass die Absicherung ihrer Einlagen seitdem von der jeweiligen genutzten Dienstleistung abhängt. Insbesondere Geschäftskonten werden nun über die Vivid Money S.A. mit Sitz in Luxemburg geführt. Diese Gesellschaft ist ein E-Geld-Institut ohne eigene Bankenlizenz. In der Praxis bedeutet das, dass für Geschäftskonten kein staatlicher Einlagenschutz mehr besteht. Zwar betont das Unternehmen, dass Kundengelder getrennt vom Unternehmensvermögen aufbewahrt werden, eine staatlich garantierte Entschädigung ist damit jedoch nicht verbunden.
Auch bei der Geldanlage gelten neue Regelungen. Hier fungiert die niederländische Vivid Money B.V. als Vertragspartner. Die Kundengelder werden in qualifizierte Geldmarktfonds investiert und auf separaten Konten einer Stiftung verwahrt. Im Insolvenzfall greift das niederländische Anlegerentschädigungssystem, das maximal 20.000 Euro pro Person absichert. Diese Summe liegt deutlich unter dem deutschen Standard der Einlagensicherung.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Unterschiede in der Absicherung sind für Kunden besonders relevant, wenn größere Geldbeträge bei Vivid Money angelegt oder verwahrt werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, sich genau zu informieren, bei welcher Gesellschaft das eigene Geld liegt und welche Sicherheitsmechanismen greifen. Wer besonderen Wert auf staatliche Sicherung legt, sollte Anbieter mit deutscher Einlagengarantie bevorzugen.


