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Vodafone kämpft mit Rückschlägen im deutschen Markt

Umsatzverlust durch TV-Kundenschwund und neue Strategien zur Trendwende

Vodafone kämpft mit Rückschlägen im deutschen Markt

Vodafone verzeichnete im ersten Halbjahr ein schwaches Deutschlandgeschäft, was den Telekommunikationsriesen belastete. Durch den Verlust von Fernsehkunden sank der Umsatz in Deutschland, was die Konzernerlöse nur um 1,6 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro ansteigen ließ. Firmenchefin Margherita Della Valle zeigte sich dennoch optimistisch und betonte, dass das Unternehmen gute Fortschritte in der Neuausrichtung mache. Teil dieser Strategie ist die Schrumpfkur, die Valle dem Unternehmen verordnet hat. So wurden die Tochtergesellschaften in Italien und Spanien verkauft, und im britischen Heimatmarkt plant Vodafone eine Fusion mit Three UK, die von der Wettbewerbsbehörde unter Auflagen vorläufig genehmigt wurde.

Deutschland stellt für Vodafone einen wichtigen Markt dar und ist für mehr als ein Drittel der Konzernerlöse verantwortlich. In diesem Zusammenhang kündigte Valle an, künftig stärker in Deutschland zu investieren und sich vermehrt auf Geschäftskunden zu konzentrieren. Der neue Deutschlandchef Marcel de Groot beschrieb das Jahr als Übergangsphase mit den erwarteten Herausforderungen. Die Einnahmen in Deutschland gingen um 4,4 Prozent auf etwa 6,1 Milliarden Euro zurück, hauptsächlich durch den Verlust von Fernsehkunden.

Eine wesentliche Ursache des TV-Kundenschwunds liegt im Wegfall des Nebenkostenprivilegs, das es Vermietern bisher ermöglichte, die Kosten für Kabelfernsehen auf die Mieter umzulegen. Nun können Mieter selbst entscheiden, ob und bei welchem Anbieter sie einen Kabelvertrag abschließen. Dieser Verlust trifft Vodafone besonders hart, da das Unternehmen viele Verträge mit Vermietern abgeschlossen hatte. Konkurrenzunternehmen wie waipu.tv von Freenet nutzten die Situation, um diese Kunden für sich zu gewinnen.

Das TV-Geschäft belastete die Bilanz erheblich: Das bereinigte Betriebsergebnis fiel um 9,3 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro. Während in Deutschland Verluste verzeichnet wurden, lief es in anderen Märkten wie der Türkei und Großbritannien besser. Daher konnte Vodafone die Jahresziele eines bereinigten operativen Gewinns von rund elf Milliarden Euro beibehalten. Dennoch zeigten sich Anleger verunsichert, und der Aktienkurs verlor zeitweise 5,5 Prozent an Wert.

Für das kommende Jahr plant de Groot, das Wachstum sowohl bei Kunden als auch beim Umsatz wieder anzukurbeln. Ein neues Führungsteam, darunter Hagen Rickmann als Firmenkundenchef und Fernando Burgos Herce für die IT, soll diesen Kurs unterstützen. Ab Dezember wird auch Matthias Lorenz als Privatkundenchef zum Unternehmen stoßen.

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