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Volkswagen macht China zur Export-Basis für globale Märkte

Wolfsburger Konzern nutzt Kostenvorteile in der Volksrepublik für weltweite Expansion – Europa bleibt außen vor

Volkswagen macht China zur Export-Basis für globale Märkte

Volkswagen (WKN: 766403) setzt auf eine strategische Neuausrichtung seines China-Geschäfts. Statt nur für den lokalen Markt zu produzieren, will der Wolfsburger Konzern die Volksrepublik künftig als Export-Drehscheibe nutzen. China-Vorstand Ralf Brandstätter verwies auf die deutlich verbesserte Kostenposition, die VW in den vergangenen Jahren aufgebaut hat.

Die Exportoffensive zielt auf Südostasien, den Nahen Osten und Südamerika ab. "Export nach Europa haben wir nicht vorgesehen", stellte Brandstätter klar. Diese Aussage dürfte Anleger beruhigen, die Sorgen vor Kannibalisierungseffekten im europäischen Stammmarkt hatten.

Marktposition unter Druck

Die neue Strategie kommt nicht von ungefähr. VW hat in China massiv an Boden verloren und ist nur noch die Nummer drei hinter den lokalen Champions BYD und Geely. Nach jahrzehntelanger Dominanz ein herber Rückschlag für den deutschen Branchenprimus. Besonders im lukrativen Elektrosegment hinkt der Konzern der heimischen Konkurrenz hinterher.

Konzernchef Oliver Blume räumte ein, dass sich die Rahmenbedingungen weltweit verschärft haben. "Wir müssen weiter anpacken, vor allem auf der Kostenseite", betonte er. Nach drei Jahren intensiver Spar- und Effizienzprogramme könne VW nun "operativ wieder voll durchziehen".

Preiskampf stabilisiert sich

Ein Lichtblick für Investoren: Der brutale Preisverfall bei Elektroautos scheint gestoppt. Brandstätter sieht eine Stabilisierung am Markt, auch wenn die Preise nicht wieder steigen werden. VW habe seine Kostenstrukturen entsprechend angepasst, um auch in diesem Umfeld profitabel zu wirtschaften.

Langfristig will Volkswagen unter den Top 3 in China bleiben und seine Position als führender ausländischer Anbieter verteidigen. Das Ziel: 15 Prozent Marktanteil, was rund 3,5 Millionen Fahrzeugen pro Jahr entspricht. Aktuell liegt der Konzern deutlich darunter.

Neue Modelle als Hoffnungsträger

Die Wende soll durch vollständig in China entwickelte Fahrzeuge gelingen. Im Werk Anhui läuft bereits die Serienproduktion des ersten Modells auf der China-Plattform CEA. Zusätzlichen Schub erhofft sich VW von der Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Xpeng – das erste gemeinsame Auto kommt 2026.

Auch Audi versucht es mit unkonventionellen Wegen. Zusammen mit SAIC wurde eine neue Marke ohne die berühmten vier Ringe lanciert. In den ersten beiden Monaten verkaufte die neue Brand knapp 7.000 Fahrzeuge. "Wichtig ist, dass wir damit neue Kunden gewinnen", so Brandstätter.

Blume sieht seinen Konzern für den verschärften Wettbewerb gewappnet: "China ist das Fitnesscenter für die Automobilindustrie in der Transformation. Wir haben hart trainiert und steigen jetzt in den Wettkampfmodus ein." Ob diese Fitness-Metapher an der Börse verfängt, wird sich zeigen müssen.

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