Volkswagen setzt klaren Zeitplan für Cariad-Sanierung
Softwareprobleme und Stellenabbau: VW-Chef Blume mahnt Lieferfähigkeit und externe Partnerschaften an

Volkswagen-Chef Oliver Blume hat einen Zeitplan für die Sanierung der Konzerntochter Cariad vorgestellt. Dies kommt inmitten von Berichten über einen möglichen Stellenabbau bei Cariad, der die Stimmung in der Softwaretochter getrübt hat. Medienberichten zufolge könnten bis zu 2000 der 6000 Arbeitsplätze bei Cariad gefährdet sein.
In einer internen Mail an die Belegschaft geht Blume nicht direkt auf den möglichen Stellenabbau ab 2024 ein. Stattdessen betont er die vereinbarte Beschäftigungssicherung bis 2025. Blume präsentiert jedoch einen Zeitplan für die Sanierung von Cariad und erklärt, dass bis zur Weihnachtspause "notwendige Maßnahmen" mit den Betriebsräten abgestimmt und in einem Eckpunktepapier festgehalten werden sollen. Dabei steht die Lieferfähigkeit im Vordergrund, betont er.
Die Softwareprobleme bei Volkswagen sind schon länger ein Ärgernis für das Unternehmen, da Verzögerungen bei der Auslieferung wichtiger Betriebssysteme die Einführung strategisch wichtiger Autos behinderten. Daher hatte der Leiter der Softwareeinheit, Peter Bosch, einen Fünfpunkteplan entwickelt, der eine Neustrukturierung von Cariad vorsieht und einen möglichen Stellenabbau in Erwägung zieht. Auch die zukünftige VW-Einheitssoftware E3 2.0 soll von Grund auf neu entwickelt werden.
Eine weitere Änderung betrifft die verstärkte Zusammenarbeit mit externen Partnern, was von der bisherigen Strategie des internen Softwareentwicklungsansatzes abweicht. Blume betont, dass Klarheit über den Transformationsplan für Mitarbeiter und Marken geschaffen werden soll.
Die Softwareeinheit kostet Volkswagen derzeit jährlich fast vier Milliarden Euro. In einer Cariad-Aufsichtsratssitzung wurden das Produkt- und Leistungsportfolio für die Jahre 2024 bis 2028 bestätigt, wobei die Budgetvorgaben des Konzerns eingehalten werden sollen. Der Konzernaufsichtsrat wird sich am Freitag zur Investitions- und Planungsrunde treffen, bei der die Budgets für die nächsten fünf Jahre festgelegt werden. Es wird erwartet, dass die Investitionen für Cariad in dieser Runde reduziert werden, da Volkswagen ein Performance-Programm eingeführt hat, um in allen Bereichen die Ergebnisse zu verbessern und Geld zu sparen.
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Zur AktienanalyseDie Verzögerungen in der Softwareentwicklung haben bereits Auswirkungen auf Volkswagen-Tochter Audi, deren Elektro-SUV Q6 e-tron erneut verschoben wurde. Die Hauptursache für die Verzögerung ist die Software, und das Auto wird voraussichtlich erst im Sommer 2024 auf den Markt kommen, obwohl es ursprünglich für 2022 geplant war. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit der Softwareprobleme bei Volkswagen und die Notwendigkeit einer schnellen Sanierung von Cariad.


