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Volkswagen verschärft Sparkurs: 60 Milliarden Euro Kostensenkung bis 2028

VW-Chef Oliver Blume kündigt radikales Sparprogramm an – Konzernkosten sollen um ein Fünftel sinken

Volkswagen verschärft Sparkurs: 60 Milliarden Euro Kostensenkung bis 2028

Der Volkswagen-Konzern steht vor einem der ambitioniertesten Sparprogramme seiner Geschichte. Konzernchef Oliver Blume hat nach Informationen des Manager Magazins vor den 120 obersten Führungskräften ein Kostensenkungsziel von 20 Prozent bis Ende 2028 ausgegeben. Das Volumen der geplanten Einsparungen: rund 60 Milliarden Euro.

Die Ankündigung erfolgte Mitte Januar in einer internen Führungsrunde, bei der Blume gemeinsam mit Finanzvorstand Arno Antlitz die Dringlichkeit weiterer Sparmaßnahmen unterstrich. "Wir müssen die Gewinnschwelle senken", wird Blume zitiert. Das Sparziel gelte für alle Marken und sämtliche Kostenarten des Konzerns.

Der Wolfsburger Autobauer hat bereits in den vergangenen beiden Jahren Einsparungen von 33 Milliarden Euro realisiert. Seit dem 2023 beschlossenen Profitabilitätsprogramm wurden konzernweit Kostensenkungen in zweistelliger Milliardenhöhe umgesetzt. Dennoch sieht sich der DAX-Konzern gezwungen, den Rotstift noch schärfer anzusetzen.

Renditesorgen treiben Sparmaßnahmen

Hinter dem verschärften Sparkurs stehen mehrere Belastungsfaktoren: Die anhaltende Absatzschwäche in China, die unsichere US-Zollpolitik und ein zunehmend härteres Wettbewerbsumfeld setzen die Margen unter Druck. Finanzchef Antlitz bezifferte die Konzernrendite für 2025 auf lediglich drei Prozent – ein Niveau, das nach seinen Worten "nicht nachhaltig und zu wenig" sei, um kraftvoll investieren zu können.

Die Ratingagentur S&P hat den Ausblick für Volkswagen kurz vor Weihnachten auf "negativ" gesenkt. Die Agentur warnte vor dem Risiko, dass der Konzern wichtige Finanzkennziffern verfehlen könnte. Um die Liquidität zu sichern, beschaffte Antlitz kürzlich sechs Milliarden Euro, unter anderem durch den Verkauf von Forderungen.

Betriebsrat pocht auf Vereinbarung

Betriebsratschefin Daniela Cavallo reagierte auf die Berichterstattung mit einem Verweis auf die Ende 2024 getroffene Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und Konzernleitung. Der Pakt sieht zwischen 2025 und 2030 den sozialverträglichen Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland vor. Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wurden dabei explizit ausgeschlossen.

"Mit uns wird es keine Werksschließungen geben", bekräftigte Cavallo in einer Information an die Belegschaft. Man sei sich der schwierigen Lage bewusst und habe deshalb Maßnahmen vereinbart, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Mitarbeiter sozialverträglich zu gestalten.

Ob Werksschließungen dennoch zur Debatte stehen, ließ der Konzern offen. Eine offizielle Stellungnahme zu den Sparplänen gab es nicht. CEO Blume will am 10. März bei der Bilanzvorlage 2025 über den aktuellen Stand der Kostensenkungsmaßnahmen informieren. Anleger und Belegschaft dürfen auf konkrete Details gespannt sein.

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