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Von der Leyen fordert Vereinfachung der EU-Finanzregulierung für mehr Wettbewerbsfähigkeit

EU-Kommissionspräsidentin will Fragmentierung des europäischen Kapitalmarkts bis 2028 beenden und gemeinsamen Fahrplan vorlegen.

Von der Leyen fordert Vereinfachung der EU-Finanzregulierung für mehr Wettbewerbsfähigkeit

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Mittwoch vor dem Europäischen Parlament in Brüssel einen deutlichen Appell zur Vereinfachung der europäischen Finanzregulierung gerichtet. Die Staatengemeinschaft müsse ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China durch Abbau von Bürokratie und Fragmentierung stärken, betonte die deutsche Politikerin.

Die EU steht vor einem grundlegenden Strukturproblem: Während die USA über ein einheitliches Finanzsystem mit einer Finanzmetropole und wenigen weiteren Zentren verfügen, kämpft Europa mit 27 verschiedenen nationalen Finanzsystemen und jeweils eigenen Aufsichtsbehörden. Hinzu kommen mehr als 300 Handelsplätze innerhalb der Union – eine Zersplitterung, die nach Ansicht von der Leyens die Entwicklung eines starken europäischen Kapitalmarkts verhindert.

Spar- und Investitionsunion als Lösung

"Wir benötigen einen großen, tiefen und liquiden Kapitalmarkt. Und genau das ist das Ziel unserer Spar- und Investitionsunion", erklärte von der Leyen in ihrer Rede. Die Kommissionspräsidentin sieht in der Schaffung einer echten Kapitalmarktunion den Schlüssel, um europäische Unternehmen im globalen Wettbewerb zu stärken und private Investitionen zu mobilisieren.

Für die praktische Umsetzung kündigte von der Leyen konkrete Schritte an: Beim EU-Gipfel im März will sie den Staats- und Regierungschefs einen gemeinsamen Fahrplan für den Binnenmarkt bis 2028 vorschlagen. Dieser soll einen klaren Zeitplan mit verbindlichen Schritten zur Vertiefung des EU-Binnenmarktes enthalten.

Herausforderung für deutsche Finanzbranche

Für deutsche Anleger und Unternehmen könnte eine vereinheitlichte EU-Finanzregulierung erhebliche Vorteile bringen. Grenzüberschreitende Investitionen würden erleichtert, Compliance-Kosten gesenkt und der Zugang zu Kapital verbessert. Gleichzeitig müssten sich deutsche Finanzplätze wie Frankfurt stärker dem europäischen Wettbewerb stellen.

Die Initiative kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Europäische Unternehmen hinken bei der Kapitalbeschaffung deutlich hinter amerikanischen Konkurrenten her, während China massiv in strategische Industrien investiert. Die Fragmentierung des europäischen Finanzmarkts gilt als eines der größten Hindernisse für Innovation und Wachstum in der EU.

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