Vonovia veräußert Immobilienpakete im Milliardenbereich
Analysten äußern gemischte Reaktionen auf die neuen Transaktionen

Die Investoren von Vonovia haben auf die Ankündigung eines neuen Milliardendeals mit gemischten Gefühlen reagiert. Nach Bekanntgabe der Transaktionen notierte die Aktie des größten deutschen Wohnimmobilienkonzerns am Donnerstag im schwachen Feiertagshandel 1,7 Prozent im Minus und lag bei etwa 33 Euro. Trotz dieser Kursverluste bewegte sich der Aktienkurs in dieser Woche auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Die Rückgänge wurden teils durch zurückhaltende Analystenbewertungen bedingt. So stufte das US-Analysehaus Jefferies Vonovia auf "underperform" mit einem Kursziel von 23 Euro. Der Analyst kritisierte, dass das neue Geschäft mit dem Finanzinvestor Apollo die ohnehin komplexe Unternehmensstruktur von Vonovia zusätzlich kompliziere. Im Gegensatz dazu stufte das Bankhaus Baader die Aktie als Kauf ein, jedoch mit einem Kursziel von 33 Euro.
Vonovia hatte bekannt gegeben, dass das Unternehmen insgesamt drei Transaktionen mit einem Liquiditätszufluss von 1,8 Milliarden Euro realisiert hat. Die Erwartungen an die Einnahmen aus Verkäufen wurden für das laufende Jahr auf rund vier Milliarden Euro angehoben, was die ursprünglichen Planungen von drei Milliarden Euro übertrifft. Im vergangenen Jahr hatte Vonovia durch Verkäufe bereits Erlöse in Höhe von etwa vier Milliarden Euro erzielt. Die Erlöse aus den aktuellen Verkäufen sollen bis Ende 2024 und in der ersten Hälfte 2025 auf den Konten eingehen.
Die Transaktionen umfassen den Verkauf von 20 Prozent der Anteile der Berliner Tochtergesellschaft Deutsche Wohnen an ein neues Joint Venture mit langfristigen Investoren, die von Apollo beraten werden. Im Gegenzug fließt Vonovia mehr als eine Milliarde Euro zu. Dies führt dazu, dass der Anteil von Vonovia an der Deutschen Wohnen auf rund 67 Prozent sinkt. Ein weiterer Verkauf betrifft 27 Pflegeeinrichtungen im Großraum Berlin für über 300 Millionen Euro. Käufer ist ein Fonds, der von Civitas Investment Management verwaltet wird. Zudem wurden elf Entwicklungsprojekte für rund 500 Millionen Euro an einen neuen Fonds verkauft, der im August gegründet wurde.
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Zur AktienanalyseDie Transaktionen sollen Vonovia finanzielle Flexibilität verschaffen. Im ersten Halbjahr 2024 hatte das Unternehmen bereits Immobilien im Wert von etwa 1,5 Milliarden Euro verkauft. Die Immobilienkrise, die Vonovia in den letzten Jahren belastet hatte, könnte durch sinkende Zinsen an Dynamik gewinnen. Der Markt zeigt erste positive Signale, und die Nachfrage im deutschen Wohnimmobilienmarkt zieht an. Experten sehen darin die Möglichkeit für eine Stabilisierung der Preise und steigende Mieten.


