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Vulcan Energy: Deutsche Lithium-Revolution startet in der Pfalz

Mit innovativer Technologie und 2 Milliarden Euro frischem Kapital will Vulcan Energy ab 2028 jährlich 24.000 Tonnen Lithium fördern. Das Besondere: Die Gewinnung erfolgt klimaneutral aus Thermalwasser.

Vulcan Energy: Deutsche Lithium-Revolution startet in der Pfalz

Die deutsche Rohstoffwende nimmt Fahrt auf. In Landau in der Pfalz entsteht das erste große Bergbauprojekt seit dem Ende der Steinkohleförderung. Vulcan Energy will hier zeigen, dass Lithiumgewinnung auch ohne Umweltzerstörung möglich ist.

Milliarden-Investment für deutsche Lithiumförderung

CEO Cris Moreno kann auf beeindruckende Zahlen verweisen: Anfang Dezember sammelte das Unternehmen über 2 Milliarden Euro bei Investoren ein. Mit an Bord sind US-Großbanken, staatliche Fonds sowie die deutschen Schwergewichte BASF und Hochtief als neue Anteilseigner. Zusätzlich fließen 150 Millionen Euro aus dem deutschen Rohstofffonds.

"Mit diesem Kapital können wir die kommenden zehn bis zwölf Jahre in Ruhe arbeiten", erklärt Moreno. Der gebürtige Australier mit spanischen Wurzeln bringt Erfahrung von Shell und dem gescheiterten Batteriehersteller Northvolt mit. Seine Vergangenheit sieht er als Vorteil: "Meine Vita zeigt die ganze Breite meiner Branchenerfahrung."

Innovative Technologie aus dem Oberrheingraben

Das Projekt ist technologisch einzigartig. An sieben Standorten östlich und südlich von Landau pumpt Vulcan lithiumhaltige Sole aus 3.000 Metern Tiefe. Diese Salzlösungen speisen geothermische Kraftwerke, bevor sie leicht abgekühlt zurück in die Erde geleitet werden.

Quasi nebenbei wird der Flüssigkeit das enthaltene Lithium entzogen. In einer Anlage in Frankfurt-Höchst entsteht daraus Lithiumhydroxid für E-Auto-Batterien. "Es gibt weltweit keinen besseren Platz für dieses Projekt", betont Moreno. Der Oberrheingraben bietet ideale Bedingungen: thermale Sole mit überschaubarer Temperatur und hoher Lithiumgehalt.

Produktion bereits für Dekade ausverkauft

Die Pilotanlage läuft bereits und produziert 40 Tonnen Lithium jährlich. Ab 2028 soll die Großanlage 24.000 Tonnen liefern – genug für 500.000 Elektroautobatterien. "Wir sind über zehn Jahre ausgebucht", so Moreno selbstbewusst.

Die Herstellungskosten liegen bei 3.500 Euro pro Tonne, während der Marktpreis aktuell bei über 10.000 Dollar liegt. Das verspricht attraktive Margen für Investoren.

Von der Zufallsbegegnung zum Börsenerfolg

Die Erfolgsgeschichte begann 2018 mit einer Google-Suche. Bergbauingenieur Francis Wedin suchte einen Geothermie-Experten für den Oberrheingraben und fand Horst Kreuter aus Karlsruhe. Das Timing war perfekt: Der erste große Lithium-Hype hatte gerade begonnen.

Während deutsche Investoren zunächst ablehnten, fanden die beiden in Australien schnell Geldgeber. Es folgte ein rasanter Börsengang, Investments der Rohstoffdynastie Rinehart und ein steiler Kursanstieg. Aus zwei Männern mit einer Idee wurde ein börsennotiertes Unternehmen.

Ambitionierte Ziele treffen auf Skepsis

Mitgründer Kreuter spricht davon, mittelfristig 40 Prozent des europäischen Lithiumbedarfs decken zu können. Experten bleiben skeptisch. Joachim Koschikowski vom Fraunhofer-Institut ISE hält 10 bis 15 Prozent des deutschen Bedarfs für realistischer.

"An der technologischen Machbarkeit habe ich keine größeren Zweifel mehr", erklärt der Forscher. Allerdings warnt er: "In dieser Größenordnung hat niemand das Verfahren bisher angewandt." Besonders kritisch sieht er den stetigen Lithiumzufluss, den Vulcan unterstellt.

Wettbewerb wächst

Vulcan ist nicht mehr allein. In den USA entstehen diverse Projekte, und Neptune Energy meldete kürzlich einen weiteren großen Fund in Deutschland – in der Altmark bei Magdeburg. Die anfänglichen Versprechen von 40.000 Tonnen für 2024 wurden deutlich verfehlt. Tatsächlich produzierte die Pilotanlage nur ein halbes Prozent dieser Menge.

Ausblick für Anleger

Trotz der Herausforderungen: Das Projekt bleibt beeindruckend. Mit der frischen Finanzierung, prominenten Partnern und allen nötigen Genehmigungen ist Vulcan Energy gut aufgestellt. Die Aktie notiert in Australien und bietet Anlegern direkten Zugang zur deutschen Lithiumwende.

Ob die ambitionierten Ziele erreicht werden, muss sich ab 2028 zeigen. Sicher ist: Deutschland macht ernst mit der Rohstoffunabhängigkeit. Und der Oberrheingraben könnte tatsächlich zum europäischen Lithium-Hotspot werden.

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