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VW-Händler klagen gegen Scout-Direktvertrieb für neue SUV-Marke

Volkswagen-Händler in den USA ziehen gegen den Konzern vor Gericht – wegen des geplanten Direktvertriebs der neuen Marke Scout Motors.

VW-Händler klagen gegen Scout-Direktvertrieb für neue SUV-Marke

Volkswagen steht in den USA vor einem handfesten Rechtsstreit mit seinem eigenen Händlernetz. Der Konflikt dreht sich um Scout Motors, eine neu gegründete Marke des Wolfsburger Konzerns, die robuste Elektro- und Hybrid-Trucks sowie SUVs speziell für den amerikanischen Markt entwickelt. Statt die Fahrzeuge über das bestehende Händlernetz zu verkaufen, plant Scout den Direktvertrieb nach dem Vorbild von Tesla.

Fred Ippolito, ein VW-Händler aus West Islip im Bundesstaat New York, steht exemplarisch für die Frustration vieler Franchisenehmer. Er kaufte ein leerstehendes Gewerbegrundstück direkt neben seinem bestehenden Autohaus – in der Erwartung, dort einen Scout-Store zu eröffnen. Vier Jahre später liegt das Grundstück noch immer brach. Ippolito gehört nun zu den Klägern, die juristisch gegen Volkswagen und Scout vorgehen.

Die Händler argumentieren, dass Scout als Tochterunternehmen des Volkswagen-Konzerns rechtlich dazu verpflichtet sei, seine Fahrzeuge über das bestehende Franchise-Händlernetz zu vertreiben. In vielen US-Bundesstaaten schützen sogenannte Franchise-Gesetze Autohändler ausdrücklich vor dem Direktvertrieb durch Hersteller.

Direktvertrieb als Streitpunkt in der Autoindustrie

Der Ansatz von Scout ist in der Branche nicht neu. Elektropionier Tesla verkauft seine Fahrzeuge seit jeher direkt an Endkunden und umgeht damit traditionelle Händlerstrukturen vollständig. Auch Newcomer wie Rivian Automotive und Lucid Motors setzen auf dieses Modell. Der entscheidende Unterschied: Diese Unternehmen starteten ohne bestehendes Händlernetz – Scout hingegen ist Teil eines Konzerns, der seit Jahrzehnten auf Franchisenehmer setzt.

Für Volkswagen ist Scout ein strategisch wichtiges Projekt. Die Marke soll speziell für amerikanische Käufer entwickelte, robuste Fahrzeuge anbieten – genau das, was VW-Händler in den USA nach eigenen Angaben jahrelang gefordert haben. Dass der Konzern dieses Segment nun am Händlernetz vorbei erschließen will, empfinden viele Franchisenehmer als Vertrauensbruch.

Der Ausgang des Rechtsstreits könnte weitreichende Folgen für die gesamte Automobilindustrie haben. Er könnte klären, inwieweit etablierte Hersteller neue Submarken nutzen können, um bestehende Händlerverträge und Franchise-Schutzgesetze zu umgehen. Für deutsche Anleger der Volkswagen-Aktie (WKN: 766403) ist der Konflikt ein weiteres Risiko in einem ohnehin schwierigen Umfeld für den Konzern.

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