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VW verschärft Sparkurs: Konzern plant grundlegenden Strategiewechsel bis 2030

Volkswagen verdient zu wenig mit seinen Fahrzeugen – nun soll ein neues Zielbild 2030 den Konzern grundlegend umbauen.

VW verschärft Sparkurs: Konzern plant grundlegenden Strategiewechsel bis 2030

Der Volkswagen-Konzern erhöht den Druck auf sich selbst. Trotz laufender Effizienzprogramme reichen die bisherigen Kostensenkungen laut einer internen Management-Information nicht aus. Das Dokument liegt der Deutschen Presse-Agentur vor und skizziert erstmals Eckpunkte einer neuen Konzernstrategie.

Finanzvorstand Arno Antlitz bringt die Lage auf den Punkt: „Wir müssen unser Geschäftsmodell grundlegend verändern und strukturelle, nachhaltige Verbesserungen erzielen." Zwar habe der Konzern bereits Milliarden Euro eingespart – doch angesichts zunehmender geopolitischer Verwerfungen müsse VW noch robuster werden.

Konzernchef Oliver Blume formuliert das Problem klar: „Die Volkswagen Group hat eine starke Substanz. Allerdings verdienen wir heute nicht genügend Geld mit unseren Fahrzeugen, um unsere Zukunft nachhaltig zu finanzieren." Blume hatte bereits im März bei der Bilanzvorlage angekündigt, an einem neuen „Zielbild Volkswagen Konzern 2030" zu arbeiten – denn das bisherige Geschäftsmodell funktioniere nicht mehr, weder bei VW noch in der Branche insgesamt.

Schlankeres Portfolio, klarere Strukturen

Die Eckpunkte des neuen Zielbildes, die Blume nun intern kommunizierte, zeigen die Richtung: Das Produktportfolio soll vereinfacht und verschlankt werden. Der Konzern will sich auf weniger Plattformen und Technologien konzentrieren. Gleichzeitig sollen die Zuständigkeiten zwischen Konzern, Marken und Regionen klarer geregelt und Ressourcen gezielter eingesetzt werden.

Laut „Handelsblatt" hatte der Aufsichtsrat am Montag über den Stand des Sanierungsprogramms beraten. Beschlüsse wurden dabei Konzernkreisen zufolge nicht gefasst – es handelte sich lediglich um eine Unterrichtung. Demnach soll auch eine neue Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting vorgestellt worden sein. Konkrete Zahlen zu geplanten Einsparungen nannte der Konzern bislang nicht.

Dramatische Töne schlägt Audi-Chef Gernot Döllner an: „Es geht längst nicht mehr um ein einzelnes Modell oder um Marktanteile hier oder dort. Es geht um den Fortbestand der deutschen Automobilindustrie." Porsche-Chef Michael Leiters sieht in der Krise hingegen auch eine Chance – Porsche wolle zurück zu alter Stärke, „und das schaffen wir gemeinsam auch". Er dämpft jedoch die Erwartungen: „Das geht nicht über Nacht."

Kapazitäten runter, Werke vorerst offen

Blume hatte bereits vor wenigen Tagen im „Manager Magazin" angekündigt, die weltweiten Produktionskapazitäten weiter zu reduzieren – um eine Million Fahrzeuge auf dann nachhaltig neun Millionen Einheiten pro Jahr. Das entspricht in etwa dem tatsächlichen Absatz: 2025 lieferte der Konzern weltweit 8,98 Millionen Fahrzeuge aus. „Überkapazitäten sind für unser Unternehmen langfristig nicht tragfähig", so Blume. Eine Entscheidung über mögliche Werksschließungen sei jedoch noch nicht gefallen. Blume betonte: „Es gibt intelligentere Methoden, als gleich ein Werk zu schließen."

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) positioniert sich klar gegen Standortschließungen. Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte am VW-Konzern und verfügt über ein Vetorecht bei wichtigen Beschlüssen. Lies, der dem Aufsichtsrat angehört, hatte zudem angeregt, den Bau chinesischer Autos in deutschen VW-Werken zu prüfen.

50.000 Stellen werden abgebaut

Beim laufenden Stellenabbau hält VW an der vereinbarten Linie fest. Konzernweit werden bei der Kernmarke sowie den Töchtern Audi und Porsche in Deutschland insgesamt 50.000 Stellen gestrichen – davon 35.000 allein bei der Kernmarke VW. Betriebsbedingte Kündigungen sind laut Vereinbarung mit der IG Metall bis 2030 ausgeschlossen. Der Abbau erfolgt hauptsächlich über Altersteilzeit und Abfindungen.

Für Privatanleger bleibt die Lage bei der VW-Aktie damit weiterhin von Unsicherheit geprägt. Konkrete Zahlen zum neuen Sparprogramm fehlen noch – die strategische Neuausrichtung bis 2030 dürfte die Investoren in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen.

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