VW zieht Tarifgespräche mit IG Metall vor
Kündigungen und Werksschließungen drohen – schwierige Verhandlungen für die Zukunft des Konzerns

Volkswagen hat die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft IG Metall vorgezogen. Ursprünglich sollten die Gespräche erst Mitte bis Ende Oktober beginnen, jedoch findet die erste Verhandlungsrunde nun bereits am 25. September in Hannover statt. Dies gab der Konzern gemeinsam mit Betriebsrat und Gewerkschaft bekannt. Diese vorgezogenen Verhandlungen dürften die schwierigsten seit Jahren werden, da der Autobauer kürzlich zahlreiche Tarifverträge gekündigt hat. Damit sollen unter anderem die Jobgarantie, die seit 30 Jahren bestand, beendet und betriebsbedingte Stellenstreichungen ermöglicht werden.
Konzern-Personalchef Gunnar Kilian hatte bereits zuvor signalisiert, dass die Gespräche aufgrund der aktuellen Lage vorgezogen werden könnten. Die Konzernführung um Vorstandschef Oliver Blume hat außerdem zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte die Schließung eines deutschen Werks nicht ausgeschlossen. Diese Maßnahmen stellen für die IG Metall und den Betriebsrat zentrale Streitpunkte dar, da Werksschließungen und Massenentlassungen rote Linien für die Arbeitnehmerseite sind. Besonders Betriebsratschefin Daniela Cavallo und IG-Metall-Bezirkschef Thorsten Gröger äußerten sich in den letzten Tagen entschlossen, solche Entwicklungen zu verhindern.
Die Gewerkschaft fordert im Rahmen der Tarifverhandlungen eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent für die rund 120.000 Tarifbeschäftigten bei Volkswagen sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 170 Euro. Dies begründet sie unter anderem mit der schwachen Binnenkonjunktur. Auf Unternehmensseite wird der Marken-Personalvorstand Arne Meiswinkel die Verhandlungen führen. Neben Cavallo und Gröger gehört Jürgen Mahnkopf, der stellvertretende Betriebsratschef, zu den führenden Akteuren auf Arbeitnehmerseite.
Die Verhandlungen fallen in eine Phase, in der Volkswagen nicht nur härtere Sparmaßnahmen für seine verschiedenen Marken durchsetzt, sondern auch die Planungsrunde für die nächsten fünf Jahre vorbereitet. Diese umfasst Investitionen in Milliardenhöhe, die Auslastung der Werke und die Entwicklung neuer Modelle. Im letzten Fünfjahresplan wurden 180 Milliarden Euro bereitgestellt, während das Management diesmal eine Reduzierung auf 165 Milliarden Euro anstrebt.
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Zur AktienanalyseVolkswagen steht vor der Herausforderung, seine Kosten erheblich zu senken, um die geplanten Investitionen finanzieren zu können. Die Kernmarke des Unternehmens soll bis 2026 zehn Milliarden Euro einsparen, um eine Zielrendite von 6,5 Prozent zu erreichen. Derzeit liegt die Marge jedoch lediglich bei 2,3 Prozent, weshalb das Sparprogramm überarbeitet werden muss. Konzernkreisen zufolge gibt es in verschiedenen Bereichen Einsparungslücken, die zusätzlich adressiert werden müssen.


