Wall Street auf Hoffnungskurs
US-Konjunkturdaten und Chiphersteller Micron treiben die Märkte an

Die Wall Street erlebte am Donnerstag einen positiven Aufschwung, getrieben von den Hoffnungen der US-Anleger auf eine mögliche Lockerung der Geldpolitik nach neuen Konjunkturdaten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verzeichnete einen Anstieg um 0,4 Prozent auf 37.222 Punkte, während der breiter gefasste S&P 500 um ein halbes Prozent auf 4720 Zähler zulegte. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete ebenfalls einen Gewinn von 0,7 Prozent auf 14.877 Punkte.
Die Ursache dieser positiven Entwicklung war das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP), das im Sommer nicht so stark gewachsen war, wie ursprünglich erwartet. Diese Enttäuschung verstärkte die Hoffnungen der Investoren auf eine Senkung der Zinsen durch die US-Notenbank Fed. Die Fed bemüht sich, die Inflation in Schach zu halten, ohne die Konjunktur übermäßig zu beeinträchtigen, und höhere Zinsen sind ein Instrument in diesem Zusammenhang. "Die Wirtschaftsdaten deuten auf eine Abschwächung hin", erklärte Peter Cardillo, Chefökonom beim Finanzdienstleister Spartan Capital Securities. Dennoch warnte er vor übermäßigem Optimismus: "Die Märkte steigen, weil die Renditen sinken, und die Renditen sinken, weil der Markt von einer wirklich schwachen Wirtschaftsleistung im nächsten Jahr ausgeht und davon, dass die Fed die Zinssätze senken wird."
Die Renditen der zehnjährigen US-Bonds fielen im Gegenzug zu steigenden Kursen, was auf die Erwartungen niedrigerer Zinsen hinweist. Dies wiederum drückte den Wert des US-Dollars, der um 0,4 Prozent auf 101,96 Punkte sank, während der Euro um 0,5 Prozent auf 1,0987 Dollar stieg.
In Bezug auf die Ölpreise verzeichneten diese zunächst einen Rückgang, nachdem Angola aus der OPEC ausgetreten war. Die Preise für die Nordsee-Sorte Brent und die leichte US-Sorte WTI sanken jeweils um 0,7 Prozent auf 79,18 bzw. 73,74 Dollar pro Barrel (159 Liter). Angola begründete seinen Austritt damit, dass die Mitgliedschaft im Energie-Kartell nicht im nationalen Interesse des Landes lag und es innerhalb der OPEC keine bedeutende Rolle spielte.
Ein interessanter Einzelfall inmitten dieser Marktbewegungen war der Chiphersteller Micron, dessen Aktien um mehr als sieben Prozent stiegen. Dieser Anstieg war auf die hohe Nachfrage nach Speicherchips für Künstliche Intelligenz (KI) zurückzuführen, die Micron optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Das Unternehmen erwartet im zweiten Quartal einen Umsatz von rund 5,3 Milliarden Dollar, was über den Erwartungen der Analysten lag.
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Zur AktienanalyseAuch andere Unternehmen waren in den Schlagzeilen. Boeing erhielt die Genehmigung, die Auslieferungen seiner Flugzeuge vom Typ 737 Max nach China wieder aufzunehmen. Dies führte zu einem kurzfristigen Anstieg der Boeing-Aktien, der jedoch rasch wieder nachließ. Die Aktien von Spotify verzeichneten einen Anstieg um 2,3 Prozent, nachdem sie von Pivotal Research von "Hold" auf "Buy" hochgestuft wurden. CarMax meldete vor Handelsbeginn einen Gewinnsprung, was zu einem Anstieg der Aktien um 4,1 Prozent führte. Hingegen verzeichnete BlackBerry einen Kursrückgang von über 14 Prozent, da die Umsatzprognose für das vierte Quartal niedriger ausfiel als erwartet. Schließlich verzeichnete Tesla einen Anstieg um 2,6 Prozent, da die US-Regierung höhere Zölle für einige Waren aus China, einschließlich Elektrofahrzeuge, in Betracht zog. Dies sorgte für Interesse der Anleger in Bezug auf Tesla-Aktien.


