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Wall Street bricht ein: KI-Ausgaben und Ölpreisanstieg belasten Märkte

Nasdaq verliert über 2%, Alphabet-Aktie bricht um 7% ein – steigende Ölpreise über 100 Dollar schüren Inflationsängste.

Wall Street bricht ein: KI-Ausgaben und Ölpreisanstieg belasten Märkte

Die Wall Street hat am Donnerstag deutlich nachgegeben. Der Nasdaq brach um mehr als 2% ein, der S&P 500 verlor über 1% – ausgelöst durch enttäuschende Reaktionen auf Quartalszahlen großer Technologiekonzerne und einen markanten Anstieg der Ölpreise.

Im Mittelpunkt des Ausverkaufs standen die Ergebnisse von Alphabet und Tesla, den ersten Vertretern der sogenannten „Magnificent Seven" in dieser Berichtssaison. Anleger zeigten sich von den Zahlen unbeeindruckt und straften die Aktien ab. Alphabet-Aktien verloren 7% und zogen den Kommunikationsdienstleistungssektor mit einem Minus von 5,20% als schwächsten S&P-500-Sektor nach unten. Tesla-Aktien belasteten den Sektor der zyklischen Konsumgüter, der 5,12% einbüßte.

Hohe KI-Investitionen verunsichern Anleger

Ein zentrales Problem: Alphabet meldete höhere Ausgabenpläne und verbrauchte gleichzeitig erhebliche Barmittel. Das schürte Sorgen über die Rentabilität massiver KI-Investitionen. Matt Miskin, Co-Chef-Anlagestratege bei Manulife John Hancock Investments, brachte die Stimmung auf den Punkt: „Die Zahlen insgesamt sind großartig, aber viele Unternehmen haben eine Geschichte präsentiert, die die Aktie zum Fallen gebracht hat." Er nannte dabei explizit die Sorgen über Investitionsausgaben als Beispiel. „Jeder Riss im Panzer führt dazu, dass die Aktien abgestoßen werden."

Miskin wies zudem auf ein strukturelles Problem hin: Selbst bei starken Gewinnberichten mangele es an Enthusiasmus, weil Anleger Schwierigkeiten hätten, die hohen Bewertungen zu rechtfertigen. Dies ist ein Signal, das viele Marktbeobachter bereits seit Wochen diskutieren – die Frage, ob die Bewertungen im Technologiesektor noch durch die Fundamentaldaten gedeckt sind.

Ölpreis über 100 Dollar – Inflationssorgen kehren zurück

Zusätzlichen Druck auf die Märkte übten steigende Rohstoffpreise aus. Brent-Rohöl-Futures schlossen erstmals seit Mai über der Marke von 100 Dollar pro Barrel, US-Öl-Futures notierten über 92 Dollar. Hintergrund ist eine Eskalation der Spannungen im Nahen Osten: Das US-Militär startete weitere Luftangriffe auf den Iran, der Iran beschoss US-Stützpunkte in benachbarten Ländern, und jemenitische Huthi-Kämpfer griffen zwei saudi-arabische Öltanker im Roten Meer an. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran und den Huthis mit „massiven militärischen Strafen".

Dieser Ölpreisanstieg kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt – wenige Tage vor der nächsten geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. „Ölpreise, die in diesem Tempo steigen, stellen ein erhebliches makroökonomisches und Marktrisiko dar", warnte Miskin. Er ergänzte, dass niedrige Arbeitslosenzahlen die Fed zusätzlich unter Druck setzen würden, sich auf die Inflationsbekämpfung zu konzentrieren – was Zinssenkungshoffnungen weiter dämpft.

Rüstungsaktien als Gewinner der Krise

Während Technologie- und Konsumwerte litten, profitierten Rüstungsunternehmen von der geopolitischen Lage. Der Industriesektor war mit einem Plus von 1,77% der stärkste Gewinner des Tages. Lockheed Martin legte nach einer Anhebung der Umsatz- und Gewinnprognosen für 2026 um beeindruckende 10,5% zu. RTX schloss 7,3% im Plus, ebenfalls nach einer Prognoseerhöhung – begründet mit starker Nachfrage nach Wartungsarbeiten für Verkehrsflugzeuge und Militärsysteme.

Die Schlusskurse der großen US-Indizes im Überblick:

Dow Jones Industrial Average

: -506,93 Punkte (-0,97%) auf 51.711,65 Zähler

S&P 500

: -90,66 Punkte (-1,21%) auf 7.408,30 Punkte

Nasdaq Composite

: -553,21 Punkte (-2,15%) auf 25.137,69 Zähler

Von den elf Branchensektoren des S&P 500 konnten lediglich vier im Tagesverlauf zulegen. Die Verluste waren damit breit gestreut – ein Zeichen dafür, dass die Marktschwäche nicht auf einzelne Segmente beschränkt blieb, sondern das gesamte Börsenumfeld erfasste.

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