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Wall Street plant neues Short-Instrument für den Private-Credit-Markt

JPMorgan und andere Großbanken entwickeln gemeinsam mit S&P Global einen neuen Credit-Default-Swap-Index für die boomende Branche.

Wall Street plant neues Short-Instrument für den Private-Credit-Markt

Große Banken, darunter JPMorgan Chase, arbeiten an einem neuen Finanzinstrument, das Anlegern ermöglichen soll, gegen Manager von Private-Credit-Fonds zu wetten. In Zusammenarbeit mit S&P Global soll ein Index für Credit Default Swaps (CDS) aufgelegt werden, der unter dem Namen CDX Financials – kurz FINDX – gehandelt werden soll. Das Instrument soll Käufer gegen Zahlungsausfälle der im Index enthaltenen Unternehmen absichern.

Der neue Index würde Fonds von bekannten Vermögensverwaltern wie Apollo Global Management, Ares Management und Blackstone mit einem Anteil von 12 Prozent abbilden. Daneben sollen auch Versicherer, Regionalbanken und Kreditkartenunternehmen Teil des Index sein. Der FINDX würde an Wert gewinnen, wenn sich die Marktstimmung gegenüber diesen Unternehmen verschlechtert.

Billionenmarkt rückt ins Visier von Hedgefonds

Der Private-Credit-Markt hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der bedeutendsten Anlageklassen weltweit entwickelt und umfasst mittlerweile mehr als drei Billionen US-Dollar. Sollte sich der FINDX etablieren, würden Anleiheinvestoren und Trader erstmals eine schnelle und effiziente Möglichkeit erhalten, diese Branche abzusichern oder gezielt Leerverkäufe – sogenannte Short-Positionen – einzugehen.

„Private Credit ist schnell gewachsen, und es entstehen auf unterschiedliche Weise zahlreiche finanzielle Risikopositionen, sodass eine echte Nachfrage nach diesem Produkt besteht", sagte Dominique Toublan, Leiter der Kreditstrategie bei Barclays. Die Aussage unterstreicht, dass der Bedarf an Absicherungsinstrumenten in diesem Segment nicht nur von spekulativen Akteuren, sondern auch von institutionellen Marktteilnehmern getrieben wird.

Die beteiligten Banken verfolgen mit dem neuen Index eine doppelte Strategie: Einerseits soll er als Handelsprodukt für externe Investoren dienen, andererseits wollen die Institute das Instrument nutzen, um sich gegen potenzielle Verluste aus ihren eigenen Krediten an Verwalter von Private-Credit-Fonds abzusichern. Private Credit berührt zunehmend Banken, Versicherungsgesellschaften und andere Teile des Finanzsystems – das Risiko ist damit breit gestreut.

Druck auf die Branche wächst

Hedgefonds zeigen besonderes Interesse an dem neuen Instrument. Bislang war es für sie mühsam und kostspielig, auf einen Abschwung im Bereich Private Credit zu setzen. Einige Fonds versuchten bereits, Leerverkäufe auf einzelne Aktien und Anleihen von Unternehmen zu tätigen, die in Private Credit investieren – doch dieser Prozess erwies sich laut einem Hedgefonds-Manager als aufwendig.

Der Druck auf die Branche hat zuletzt spürbar zugenommen. Eine Reihe von Zahlungsausfällen und Verlusten sowie Sorgen über die Lage von Krediten an Softwareunternehmen lösten einen Ansturm von Privatanlegern aus, die ihr investiertes Kapital zurückforderten. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass der Private-Credit-Sektor trotz seines enormen Wachstums nicht immun gegen Marktverwerfungen ist.

Für deutsche Privatanleger ist das Thema relevant, da auch hiesige institutionelle Investoren – etwa Versicherungen und Pensionskassen – zunehmend in Private-Credit-Strategien investieren. Ein liquides Absicherungsinstrument wie der FINDX könnte langfristig auch die Transparenz und Preisfindung in diesem bislang wenig regulierten Marktsegment verbessern.

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