Wall Street startet mit Rekordhochs in den Juni 2026
Nach einem starken Mai mit neuen Allzeithochs starten US-Futures positiv – doch Arbeitsmarktdaten und Quartalszahlen werden zur Bewährungsprobe.

Die US-Aktienmärkte starten mit Rückenwind in den Juni. Über Nacht legten die wichtigsten Futures zu: Dow-Futures stiegen um 0,08%, S&P 500-Futures gewannen 0,24% und Nasdaq 100-Futures kletterten um 0,51%. Damit setzt sich die Dynamik eines außergewöhnlich starken Maimonats fort, der die großen Indizes auf neue Rekordstände getrieben hat.
Der Nasdaq führte die Monatsbilanz mit einem Plus von über 8% an. Der S&P 500 legte rund 5% zu, der Dow Jones immerhin knapp 3%. Besonders bemerkenswert: Der S&P 500 verzeichnete seinen neunten wöchentlichen Anstieg in Folge, der Nasdaq stieg in acht der letzten neun Wochen. Die Anzahl der sogenannten „Distribution Days" – also Handelstage mit erhöhtem Volumen und fallenden Kursen, die auf institutionellen Verkaufsdruck hindeuten – bleibt mit jeweils nur zwei beim Nasdaq und S&P 500 gering.
Technologie und KI als Kurstreiber
Technologiewerte blieben dank des anhaltenden KI-Optimismus stabil, obwohl sich die Chip-Rallye in der vergangenen Woche leicht abkühlte. Das Handelsvolumen an den US-Börsen belief sich zuletzt auf insgesamt 23,9 Milliarden Aktien und lag damit deutlich über dem 20-Tage-Durchschnitt von 19,36 Milliarden – ein Zeichen für erhöhte Marktaktivität.
An der NYSE überwogen die Verlierer gegenüber den Gewinnern in einem Verhältnis von etwa 1,04 zu 1, wobei 491 neue Höchststände und 102 neue Tiefststände verzeichnet wurden. An der Nasdaq stiegen 2.378 Aktien, während 2.486 fielen. Der S&P 500 verzeichnete 27 neue 52-Wochen-Hochs und 12 neue Tiefs, der Nasdaq Composite 125 neue Hochs und 54 neue Tiefs.
Fed-Vertreter warnen vor Inflationsrisiken
Auf der makroökonomischen Seite trüben sich die Aussichten leicht ein. US-Daten zeigten, dass sich die Inflation im April so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr beschleunigte. Gleichzeitig wurde das BIP-Wachstum des ersten Quartals auf einen annualisierten Zuwachs von lediglich 1,6% nach unten korrigiert.
Fed-Vertreter schlugen zuletzt vorsichtigere Töne an. Jeffrey Schmid, Präsident der Kansas City Fed, erklärte, der Energieschock sei möglicherweise nicht vorübergehend. Die stellvertretende Vorsitzende für Bankenaufsicht, Michelle Bowman, warnte, eine anhaltende Inflation könnte eine straffere Geldpolitik erforderlich machen. Die Geldmärkte gehen derzeit weitgehend davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr beibehält – eingepreist ist lediglich eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember.
Arbeitsmarktbericht und Quartalszahlen im Fokus
Die entscheidenden Impulse für die neue Woche kommen von zwei Seiten: Erstens richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Arbeitsmarktbericht für Mai, der am Freitag veröffentlicht wird. Die jüngsten Überraschungen bei den Neueinstellungen im April und Mai spalten die Ökonomen – einige sehen eine Erholung, andere machen branchenspezifische Nachfrage oder Auswirkungen des anhaltenden Iran-Konflikts verantwortlich. Die Arbeitslosigkeit ist im historischen Vergleich zwar noch niedrig, doch laut einer aktuellen Umfrage suchen rund 25% der Arbeitslosen seit mehr als einem Jahr nach einer Beschäftigung.
Zweitens stehen wichtige Quartalszahlen auf dem Programm. Für Konsumtrends in einkommensschwachen Haushalten werden die Ergebnisse von Dollar General (NYSE: DG) und Five Below (NASDAQ: FIVE) genau beobachtet. Im Technologiebereich berichten Palo Alto Networks (NASDAQ: PANW) am Dienstag, den 2. Juni 2026, sowie CrowdStrike (NASDAQ: CRWD) ihre Quartalszahlen.
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Zur AktienanalyseBroadcom als Highlight der Berichtssaison
Besonderes Augenmerk gilt Broadcom (NASDAQ: AVGO), das am späten Mittwoch die Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal vorlegen wird. Die Wall Street erwartet einen Gewinn je Aktie von etwa 2,39 bis 2,40 US-Dollar, was einem Anstieg von rund 51% im Jahresvergleich entspricht. Der erwartete Umsatz liegt bei rund 22 Milliarden US-Dollar, ein Plus von etwa 47%. Analysten rechnen zudem mit einer weiteren Wachstumsbeschleunigung im dritten und vierten Quartal mit Gewinnzuwächsen von 88% bzw. 92%.
Zusätzlich werden mehrere Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) im Laufe der Woche Reden halten, was weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed liefern könnte. Für Anleger bleibt die Kombination aus starker Markttechnik, aber wachsenden makroökonomischen Unsicherheiten das bestimmende Thema.


