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Wall Street startet verhalten – Inflation und Nahost-Spannungen belasten

Eskalation zwischen USA und Iran dämpft Friedenshoffnungen, während neue Inflationsdaten die Märkte beschäftigen.

Wall Street startet verhalten – Inflation und Nahost-Spannungen belasten

Die wichtigsten US-Indizes steuerten am Donnerstag auf eine nahezu unveränderte Eröffnung zu. Eskalierender Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie frische Inflationsdaten sorgten für Zurückhaltung unter den Anlegern. Teheran nahm einen US-Luftwaffenstützpunkt ins Visier, nachdem Washington neue Angriffe gestartet hatte – ein Schritt, der Hoffnungen auf ein baldiges Friedensabkommen deutlich dämpfte.

Präsident Donald Trump hatte zuvor einen Bericht zurückgewiesen, wonach er kurz vor einem Kompromiss mit dem Iran stünde. Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Öl-Transitrouten der Welt – verstärkte die Inflationssorgen zusätzlich. Die Ölpreise reagierten mit einem Anstieg von über 2%, während die Renditen von US-Staatsanleihen leicht zulegten.

Neue Daten zeigten, dass die US-Inflation im April so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr gestiegen ist – angetrieben durch höhere Energiepreise infolge des Iran-Krieges. Angelo Kourkafas, Senior Global Investment Strategist bei Edward Jones, kommentierte die Lage: „Ich glaube nicht, dass die Daten das Narrativ verändert haben. Die Zahl war nicht so schlecht wie befürchtet. Das dämpft die Erwartungen an Zinserhöhungen ein wenig."

Kourkafas ergänzte: „Ein Großteil des Fokus wird weiterhin auf den Iran-Verhandlungen und den KI-Trends liegen, und das sind die beiden Faktoren, die das Narrativ für Aktien bestimmen werden."

Um 08:54 Uhr ET lagen die Dow E-Minis mit 75 Punkten oder 0,15% im Minus. Die S&P 500 E-Minis fielen um 1 Punkt oder 0,01%, während die Nasdaq 100 E-Minis leicht um 16,5 Punkte oder 0,05% zulegten.

KI-Optimismus und Gewinnwachstum stützen die Märkte

Trotz der geopolitischen Unsicherheiten bleibt die Stimmung an der Wall Street grundsätzlich positiv. Erneutes Vertrauen in künstliche Intelligenz sowie eine starke Gewinndynamik hatten alle drei Hauptindizes am Mittwoch auf Rekordhochs getrieben. Der S&P 500 war auf dem Weg zu seinem neunten Wochengewinn in Folge – die längste Gewinnserie seit Dezember 2023.

Besonders im Rampenlicht stand Snowflake: Das Datenanalyseunternehmen schnellte vorbörslich um 37% nach oben, nachdem es seine Prognose für den jährlichen Produktumsatz angehoben und ein fünfjähriges KI-Infrastrukturabkommen im Wert von 6 Milliarden US-Dollar mit Amazon Web Services bekannt gegeben hatte. Die Branchenkollegen Datadog und MongoDB legten um 3,8% beziehungsweise 9,4% zu. Marvell Technology stieg nach starken Quartalsergebnissen um 4,6% – die Aktie hat sich im laufenden Jahr bereits mehr als verdoppelt.

Einzelhandel und Drohnenhersteller mit starken Kursgewinnen

Auch im Einzelhandel gab es bemerkenswerte Bewegungen. Dollar Tree kletterte um 17%, nachdem der Discounter seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben hatte. Best Buy legte sogar um 20% zu, nachdem der Elektronikhändler für das zweite Quartal Umsätze über den Analystenerwartungen prognostiziert hatte. Kohl's gewann 16,8%, nachdem die Kaufhauskette Quartalsumsätze im Rahmen der Erwartungen gemeldet und an ihren Jahreszielen festgehalten hatte.

Drohnenhersteller profitierten von einem Bericht des Wall Street Journals, wonach die Trump-Regierung in Gesprächen über die Finanzierung von Drohnenfirmen stehe. Unusual Machines sprang um 28,1% nach oben, AeroVironment legte um 9,3% zu und Kratos Defense & Security Solutions gewann 13,3%. Die Meldung verdeutlicht, dass Verteidigungstechnologie im aktuellen geopolitischen Umfeld weiterhin stark im Fokus der Investoren steht.

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