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Walmart-CEO Furner startet mit verhaltener Jahresprognose ins Amt

Trotz starkem Wachstum im E-Commerce bleibt der neue Konzernchef bei den Erwartungen zurückhaltend.

Walmart-CEO Furner startet mit verhaltener Jahresprognose ins Amt

Der neue Walmart-CEO John Furner hat am Donnerstag seine erste Prognose als Konzernchef vorgelegt – und blieb dabei hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Für das kommende Geschäftsjahr rechnet der weltweit größte Einzelhändler mit einem Umsatzwachstum von 3,5 bis 4,5 Prozent, während Analysten rund 5 Prozent erwartet hatten. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie liegt die Prognose von 2,75 bis 2,85 Dollar deutlich unter den Schätzungen von 2,96 Dollar.

Dennoch kann Walmart auf ein erfolgreiches Weihnachtsquartal zurückblicken. Der Gesamtumsatz stieg um 5,6 Prozent auf 190,66 Milliarden Dollar und übertraf damit leicht die Erwartungen. Besonders beeindruckend entwickelte sich das Online-Geschäft: Die US-E-Commerce-Umsätze legten um 27 Prozent zu – bereits das 15. Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum.

Die Walmart-Aktie, die im vergangenen Jahr um 22 Prozent zulegte und den Konzern zum ersten Einzelhändler mit einer Marktkapitalisierung von über einer Billion Dollar machte, gab im vorbörslichen Handel rund 3 Prozent nach. "Das eigentliche Problem liegt darin, dass die Aktie zum Zeitpunkt der Ergebnisveröffentlichung auf einem Allzeithoch notierte", erklärte Art Hogan, Chefmarktstratege bei B Riley Wealth.

Wohlhabende Kunden treiben Online-Wachstum

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die verstärkte Nachfrage wohlhabender Kunden. Haushalte mit einem Jahreseinkommen von über 100.000 Dollar trugen in den vergangenen zwei Jahren maßgeblich zum Marktanteilsgewinn bei. Diese Kundengruppe nutzt verstärkt die Same-Day- und Next-Day-Lieferungen sowie die Abholservices an den Filialen. Der Beitrag des E-Commerce zum US-Umsatz hat sich im jüngsten Quartal nahezu verdoppelt.

Die US-Vergleichsumsätze stiegen im vierten Quartal, das die Monate November, Dezember und Januar umfasst, um 4,6 Prozent. Analysten hatten lediglich ein Plus von 4,2 Prozent erwartet. Besonders stark entwickelten sich die beschleunigten Lieferkanäle aus den Filialen heraus, die um mehr als 50 Prozent zulegten.

Werbegeschäft als neuer Wachstumstreiber

"Das Tempo des Wandels im Einzelhandel beschleunigt sich. Für unsere Kunden ist die Zukunft schnell, bequem und personalisiert", betonte Furner in einer Mitteilung. Der neue CEO steht nun vor der Aufgabe, margenstärkere Geschäftsfelder wie das Werbegeschäft auszubauen. Dieses legte weltweit um beeindruckende 37 Prozent zu.

Die US-Sparte, die nun von David Guggina geleitet wird, steuert fast 70 Prozent zum Jahresumsatz bei. Während andere Konsumgüterunternehmen mit zurückhaltenden Kunden bei teureren Artikeln zu kämpfen hatten, profitierte Walmart von seiner Dominanz im Lebensmittelbereich und der Fähigkeit, sich bei Lieferanten die niedrigsten Preise zu sichern.

Zur Stärkung des Vertrauens kündigte Walmart ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 30 Milliarden Dollar an. Das bereinigte Ergebnis je Aktie für das vierte Quartal übertraf mit 74 Cent die Analystenschätzungen von 73 Cent. Die neuen Käufer trugen zudem dazu bei, den Absatz margenstärkerer Artikel wie Kleidung, Küchengeräte, Möbel und Spielzeug zu steigern.

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