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Walmart-CEO Furner startet mit vorsichtigem Ausblick ins Amt

Neuer Konzernchef präsentiert solide Zahlen, doch konservative Prognose enttäuscht Anleger – Aktie gibt nach.

Walmart-CEO Furner startet mit vorsichtigem Ausblick ins Amt

Der neue Walmart-CEO Doug Furner hat seine erste Bilanz als Konzernchef vorgelegt und dabei einen vorsichtigen Ausblick für das kommende Geschäftsjahr präsentiert. Die weltgrößte Einzelhandelskette erwartet für 2027 ein Umsatzwachstum von 3,5 bis 4,5 Prozent – deutlich unter den Analystenerwartungen von rund 5 Prozent. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem Minus von etwa 3 Prozent.

Die Zurückhaltung in der Prognose kommt nicht überraschend. Analysten hatten damit gerechnet, dass Furner zum Start seiner Amtszeit einen konservativen Kurs einschlägt. Die erwartete Wachstumsrate ähnelt dem ursprünglichen Ausblick für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der bereinigte Gewinn pro Aktie wird mit 2,75 bis 2,85 Dollar prognostiziert, was unter den Markterwartungen von 2,96 Dollar liegt.

Starkes Wachstum im Online-Handel

Dabei kann Walmart auf solide Quartalszahlen verweisen. Der Gesamtumsatz stieg um 5,6 Prozent auf 190,66 Milliarden Dollar und übertraf damit leicht die Erwartungen. Besonders beeindruckend entwickelte sich das E-Commerce-Geschäft: Die US-Online-Umsätze legten um 27 Prozent zu – das 15. zweistellige Quartalswachstum in Folge. Der Beitrag des Online-Handels zum US-Umsatz hat sich nahezu verdoppelt.

"Das Tempo des Wandels im Einzelhandel beschleunigt sich. Für unsere Kunden und Mitglieder ist die Zukunft schnell, bequem und personalisiert", erklärte Furner in einer Mitteilung. Die Verkäufe über beschleunigte, aus den Filialen abgewickelte Lieferkanäle wuchsen im Quartal um mehr als 50 Prozent.

Die US-Einzelhandelsumsätze auf vergleichbarer Fläche stiegen im vierten Quartal um 4,6 Prozent und übertrafen damit die Analystenerwartungen von 4,2 Prozent. Besucherstrom-Daten von Placer.ai zeigen, dass die Kundenfrequenz in den 4.600 Walmart-Filialen in jedem Monat des Quartals zunahm.

Wohlhabende Kunden treiben Wachstum

Ein entscheidender Wachstumstreiber sind zunehmend wohlhabendere Kunden. Haushalte mit einem Einkommen von über 100.000 Dollar haben in den vergangenen zwei Jahren maßgeblich zum Marktanteilsgewinn beigetragen. Diese Kundengruppe nutzt verstärkt die E-Commerce-Plattformen des Konzerns und profitiert von Lieferungen am selben oder nächsten Tag sowie Abholservices an den Filialen.

Die neuen Käuferschichten trugen dazu bei, den Absatz margenstärkerer Artikel wie Kleidung, Küchengeräte, Möbel und Spielzeug anzukurbeln. Während andere Konsumgüterunternehmen damit zu kämpfen hatten, dass Kunden vor höherpreisigen Artikeln zurückschrecken, verzeichnete Walmart in den letzten Quartalen starke Umsätze.

Aktienrückkauf und strategische Herausforderungen

Zugleich kündigte das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von 30 Milliarden Dollar an. Die Walmart-Aktie hat sich in den vergangenen Monaten als Outperformer erwiesen. Mit Zuwächsen von 22 Prozent im vergangenen Jahr war Walmart der erste Einzelhändler, der einen Marktwert von mehr als einer Billion Dollar überschritt.

"Das eigentliche Problem an diesem Morgen besteht darin, dass die Walmart-Aktie zum Zeitpunkt der Ergebnisveröffentlichung auf oder nahe einem Allzeithoch notierte", kommentierte Art Hogan, Chefmarktstratege bei B Riley Wealth. Dies erschwere die Kursreaktion erheblich.

Furner steht nun vor der Aufgabe, margenstärkere Einnahmequellen wie das Werbegeschäft auszubauen und gleichzeitig die Performance der Filialen sowie die Margen zu halten. Das weltweite Werbegeschäft legte im Quartal bereits um 37 Prozent zu. Die US-Einheit von Walmart, die nun von David Guggina geleitet wird, steuert fast 70 Prozent zum Jahresumsatz bei.

Die Dominanz des Einzelhandelsriesen bei Lebensmitteln und seine Fähigkeit, bei Lieferanten die niedrigsten Preise durchzusetzen, haben ihn zu einer beliebten Wahl für preisbewusste Käufer über alle Einkommensgruppen hinweg gemacht. Der bereinigte Gewinn pro Aktie im vierten Quartal übertraf mit 74 Cent die Schätzungen von 73 Cent.

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