ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Wang Yi betont Chinas Beziehungen zu Moldau trotz Ukraine-Differenzen

Kurz nach Putins Staatsbesuch in Peking empfing Chinas Außenminister den moldauischen Vizeregierungschef – trotz gegensätzlicher Positionen zum Ukraine-Krieg.

Wang Yi betont Chinas Beziehungen zu Moldau trotz Ukraine-Differenzen

Chinas Außenminister Wang Yi hat beim Treffen mit dem moldauischen stellvertretenden Ministerpräsidenten Mihai Popsoi die Bedeutung der bilateralen Beziehungen hervorgehoben. Peking „schätze die traditionelle Freundschaft" zwischen beiden Ländern und sei bereit, das gegenseitige Vertrauen weiter zu festigen, erklärte Wang laut einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums vom Freitag. Das Treffen fand am Donnerstag statt und markiert den ersten Besuch eines moldauischen Außenministers in China seit fast acht Jahren.

Der Zeitpunkt des Besuchs ist politisch brisant: Popsoi traf Wang Yi unmittelbar nach dem prunkvollen 24-stündigen Staatsbesuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Peking. Beim Gipfeltreffen zwischen Putin und Präsident Xi Jinping hatten beide Seiten eine verstärkte Koordinierung und gegenseitige Unterstützung vereinbart – eine Entwicklung, die in Moldau und der gesamten osteuropäischen Region mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird.

Unterschiedliche Positionen zur Ukraine

Trotz der diplomatischen Annäherung bestehen erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Peking und Chisinau über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. China hat die russische Invasion weder verurteilt noch als solche bezeichnet, sondern fordert stattdessen eine „politische Beilegung" des Konflikts. Diese Position bekräftigte Wang Yi laut der Ministeriumserklärung auch im Gespräch mit Popsoi. Im abschließenden Satz des Berichts hieß es lediglich knapp: „Beide Seiten tauschten sich zudem über die Ukraine-Krise aus."

Moldau hingegen hat die russische Invasion scharf verurteilt. Das kleine Land grenzt direkt an die Ukraine und ist seit Langem in einen Konflikt mit Moskau über die separatistische, prorussische Region Transnistrien verwickelt. Diese Enklave spaltete sich bereits ab, als Moldau noch Teil der Sowjetunion war, und erhält bis heute erhebliche russische Unterstützung.

Transnistrien als dauerhafter Konfliktherd

Ein russisches Militärkontingent von rund 1.500 Soldaten – das Moskau mitunter als Friedenstruppen bezeichnet – trennt die moldauische Regierung von der abtrünnigen Region. Chisinau betrachtet diese Militärpräsenz sowie die Enklave selbst als Instrument Moskaus, um Einfluss auf die inneren Angelegenheiten Moldaus auszuüben.

Die moldauische Regierung verfolgt unterdessen einen klaren westlichen Kurs: Sie strebt bis 2030 den Beitritt zur Europäischen Union an. Vor diesem Hintergrund ist der Besuch in Peking ein Zeichen, dass Chisinau trotz der Nähe zu Russland und der Unterstützung für die Ukraine diplomatische Kanäle nach China offenhalten will. Für Peking wiederum bietet das Treffen die Gelegenheit, seinen Einfluss in Osteuropa zu pflegen – auch gegenüber Ländern, die dem westlichen Lager nahestehen.

Wang YiMoldauChina DiplomatieUkraine KriegTransnistrienMihai PopsoiPutin Xi Jinping

Disclaimer