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Warnsignal für den S&P 500: Ausländische Aktienkäufe auf Rekordhoch

Capital Economics sieht im massiven Anstieg ausländischer US-Aktienkäufe ein beunruhigendes Muster – ähnlich wie vor früheren Markteinbrüchen.

Warnsignal für den S&P 500: Ausländische Aktienkäufe auf Rekordhoch

John Higgins, Chefökonom bei Capital Economics, schlägt Alarm: Ein sprunghafter Anstieg ausländischer Käufe von US-Aktien könnte ein weiteres Warnsignal für den S&P 500 darstellen. In einer Mitteilung vom Mittwoch wies Higgins darauf hin, dass ähnliche Anstiege in der Vergangenheit dem Platzen der Dotcom-Blase, der globalen Finanzkrise und dem Marktrückgang im Jahr 2022 vorausgingen.

Grundsätzlich ist es nicht ungewöhnlich, dass Ausländer US-Finanzanlagen akkumulieren. Angesichts des anhaltenden Leistungsbilanzdefizits der USA ist dies strukturell bedingt – und hat bis zum Ende des ersten Quartals zu Nettoverbindlichkeiten von über 21 Billionen US-Dollar geführt. Doch Capital Economics betont, dass sich die Zusammensetzung dieser Bestände in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend verändert hat.

Vom Anleihen- zum Aktienmarkt

Vor zwanzig Jahren bestanden die ausländischen Portfolioinvestitionsverbindlichkeiten der USA hauptsächlich aus Schuldtiteln wie Staatsanleihen. Heute dominieren Aktien das Bild. Der Anteil ausländischer Investoren am US-Aktienmarkt ist auf über 21 Prozent gestiegen – verglichen mit lediglich etwas mehr als 6 Prozent im Jahr 1997. Diese strukturelle Verschiebung macht den Markt anfälliger für externe Schocks.

Capital Economics stellt dabei fest, dass die historischen Belege ein klares Muster zeigen: „Erhebliche Steigerungen der Nettokäufe von US-Aktien durch Ausländer fielen mit beträchtlichen Rallys im S&P 500 zusammen, die sich anschließend umkehrten." Als konkrete Beispiele nennt das Unternehmen die Dotcom-Blase der frühen 2000er Jahre, die globale Finanzkrise 2008 sowie den deutlichen Marktrücksetzer im Jahr 2022.

Aktueller Anstieg übertrifft frühere Episoden

Besonders besorgniserregend ist laut Capital Economics das Ausmaß des aktuellen Anstiegs. Der derzeitige Schub ausländischer Käufe, der mit dem jüngsten Aufschwung am Aktienmarkt einhergeht, sei „viel größer" als die Zunahmen der Nettokäufe in den zuvor genannten historischen Episoden. Das deutet darauf hin, dass das potenzielle Rückschlagpotenzial ebenfalls größer sein könnte.

Als treibende Kraft hinter dem aktuellen Kauftrend identifiziert Capital Economics die Begeisterung für Künstliche Intelligenz. Das Unternehmen warnt, dass sich dieser KI-getriebene Kauftrend „wahrscheinlich umkehren wird, falls und sobald die KI-Blase platzt". In einem solchen Szenario würden US-Aktien voraussichtlich schlechter abschneiden als ihre globalen Pendants.

Auswirkungen auf den US-Dollar unklar

Auch die Frage, wie sich der US-Dollar in einem solchen Szenario entwickeln würde, lässt Capital Economics offen. Die Entwicklung der amerikanischen Währung hänge „wahrscheinlich stark davon ab, wie sehr die Fed ihre Geldpolitik im Vergleich zu anderen Zentralbanken lockern würde, falls dies überhaupt geschieht". Die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank bleibt damit ein zentraler Faktor für die weitere Marktentwicklung.

Für deutsche Privatanleger ist diese Analyse besonders relevant, da viele Portfolios einen erheblichen Anteil an US-Aktien – insbesondere aus dem Technologie- und KI-Sektor – halten. Ein möglicher Rückgang des S&P 500 kombiniert mit einer Dollar-Schwäche könnte die Renditen europäischer Investoren doppelt belasten. Die Warnung von Capital Economics unterstreicht die Bedeutung einer breiten geografischen Diversifikation im Depot.

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