Warren Buffett übergibt Führung bei Berkshire Hathaway
Rückzug mit 94 Jahren, Kritik an Zöllen und ein Milliardenpolster für den Nachfolger

Warren Buffett zieht sich mit 94 Jahren schrittweise aus der Führung seiner Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway zurück. Bei der Aktionärsversammlung kündigte er an, dem Verwaltungsrat vorzuschlagen, seinen designierten Nachfolger Greg Abel zum Jahresende an die Spitze des Unternehmens zu berufen. Obwohl er weiterhin als Berater zur Verfügung stehen wolle, werde künftig Abel die Entscheidungen treffen. Buffett äußerte die Absicht, trotzdem noch regelmäßig ins Büro zu gehen. Die Ankündigung erfolgte zum Abschluss seiner 60. Aktionärsversammlung in Omaha, wo rund 40.000 Teilnehmer den Schritt mit minutenlangem Applaus würdigten.
Überraschend war, dass Buffett seinen Nachfolger Abel vorab nicht über seine Entscheidung informiert hatte. Nur seine beiden Kinder seien vorab eingeweiht gewesen. Greg Abel, 62 Jahre alt und gebürtiger Kanadier, ist seit 1999 bei Berkshire tätig und verantwortet seit 2018 das operative Geschäft außerhalb der Versicherungen. Er wurde bereits vor Jahren als Wunschnachfolger von Buffett benannt. Abel kündigte an, dass sich die Investmentstrategie unter seiner Führung nicht ändern werde. Der künftige CEO übernimmt ein Unternehmen mit hohen Barreserven in Höhe von fast 350 Milliarden US-Dollar.
Buffett nutzte die Aktionärsversammlung auch, um die US-Handelspolitik zu kritisieren. Ohne den damaligen Präsidenten namentlich zu erwähnen, wandte er sich gegen den Einsatz von Strafzöllen als wirtschaftspolitisches Mittel. Die Vereinigten Staaten sollten den Welthandel nicht als Waffe gebrauchen, so Buffett. Handel, der andere Länder reicher mache, schade den USA nicht, sondern bereichere auch sie selbst. Er erinnerte an seine frühere Idee von Importzertifikaten als Alternative zu Zöllen, räumte aber ein, dass der Vorschlag nie populär gewesen sei.
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Zur AktienanalyseDie unternehmerische Erfolgsgeschichte von Buffett ist einzigartig. Er hatte in den 1960er-Jahren die Textilfirma Berkshire Hathaway übernommen und sie in eine weltweit agierende Investmentholding umgewandelt. Der Wert pro Aktie stieg laut dem jüngsten Jahresbericht von 1964 bis 2024 um über 5,5 Millionen Prozent. Zu den Beteiligungen des Konzerns zählen unter anderem der Versicherer Geico, die Eisenbahngesellschaft BNSF, die Fast-Food-Kette Dairy Queen, der Batteriehersteller Duracell und Anteile an Unternehmen wie Apple und Coca-Cola. Die Aktionärstreffen in Omaha gelten als ein Magnet für Investoren und werden oft als "Woodstock für Kapitalisten" bezeichnet.


