ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Warren prüft Pentagon-Programm zur Einstellung hochbezahlter Privatsektor-Fachkräfte

Senatorin Elizabeth Warren warnt vor Interessenkonflikten beim Pentagon-Programm BOND, das Privatsektor-Experten mit Gehältern über 400.000 Dollar anwirbt.

Warren prüft Pentagon-Programm zur Einstellung hochbezahlter Privatsektor-Fachkräfte

Senatorin Elizabeth Warren hat ernsthafte Bedenken gegenüber dem US-Verteidigungsministerium geäußert. In einem Brief, der CNBC zuerst vorlag, warnt sie vor „erheblichen Interessenkonflikten und Problemen mit dem Drehtüreffekt" beim Pentagon-Programm zur Anwerbung von Fachkräften aus der Privatwirtschaft. Das Schreiben richtet sich an den stellvertretenden Verteidigungsminister Stephen Feinberg und den Direktor des Office of Strategic Capital (OSC), David Lorch.

Das Pentagon hatte im Februar 2025 das Programm „Business Operators for National Defense" (BOND) ins Leben gerufen. Ziel ist es, Talente aus der Privatwirtschaft in den Beschaffungsprozess des Ministeriums einzubinden und so die Auftragsvergabe sowie die Kapitalallokation zu verbessern. Berichte der New York Times und des Wall Street Journal enthüllten zudem, dass auch das OSC aktiv Unterstützung aus dem Privatsektor sucht – und dabei Gehälter von mehr als 400.000 Dollar sowie Möglichkeiten für künftigen Kapitalzugang anbietet, um Mitarbeiter von der Wall Street abzuwerben.

Folien versprechen Zugang zu Regierungsvertretern und Fundraising-Kanälen

Besonders besorgniserregend findet Warren Berichte der New York Times über Präsentationsfolien einer Personalberatungsfirma. Diese Folien sollen im Rahmen der Pentagon-Rekrutierung erstellt worden sein und potenziellen Kandidaten sowohl den Zugang zu hochrangigen US-amerikanischen und internationalen Regierungsvertretern als auch den Zugang zu Fundraising-Kanälen in Aussicht gestellt haben. Ob das Verteidigungsministerium diese Folien offiziell genehmigt hat, ist bislang unklar. Das Pentagon reagierte nicht sofort auf eine Anfrage von CNBC um Stellungnahme.

Der Hintergrund der beiden Adressaten des Briefes ist dabei besonders relevant: Vor seiner aktuellen Rolle als Nummer zwei im Pentagon war Feinberg Co-CEO von Cerberus Capital Management, einem der größten Private-Equity-Unternehmen der Welt. Lorch war dort als Managing Director tätig. Feinberg baute im Pentagon zudem die sogenannte Economic Defense Unit auf, die eng mit dem OSC zusammenarbeitet.

Fast drei Dutzend Fragen an das Verteidigungsministerium

In ihrem Brief stellt Warren fast drei Dutzend Fragen an das Ministerium. Sie fordert unter anderem eine vollständige Liste aller mit dem BOND-Programm verbundenen Branchenexperten sowie der Unternehmen, denen diese angehören. Außerdem erkundigt sie sich, ob BOND-Teilnehmer als reguläre Regierungsangestellte eingestuft werden und welche Ethikregeln sowie Überprüfungsanforderungen für sie gelten.

Warren fragt zudem explizit, ob BOND-Teilnehmer oder für das OSC angeworbene Personen zuvor bei Cerberus tätig waren – eine Frage, die angesichts der Vergangenheit von Feinberg und Lorch besonderes Gewicht hat. Darüber hinaus bat sie um Auskunft zu Schutzmaßnahmen gegen Interessenkonflikte bei Führungskräften von Unternehmen wie Palantir, Meta und OpenAI.

Die finanziellen Dimensionen des Programms sind erheblich. Warren forderte eine detaillierte budgetäre Aufschlüsselung zu folgenden beantragten Mitteln:

  • 88 Millionen Dollar für das BOND-Programm
  • 189 Millionen Dollar für die Economic Defense Unit
  • 20,2 Milliarden Dollar für die „Anwerbung von Wall-Street-Investoren"

Kontext: Vermischung von Privatsektor und Regierung unter Trump

Warrens Brief fällt in eine Zeit, in der die Trump-Administration die Grenzen zwischen Privatsektor und Regierung in oft beispielloser Weise verwischt. Die Regierung steht unter intensiver Beobachtung, da einige ihrer Geschäftsabschlüsse die Grenze zwischen typischer Regierungsarbeit und der möglichen Selbstbereicherung des Präsidenten, seiner Familie und von Kabinettsmitgliedern berühren. Auch der Erwerb von Beteiligungen an Unternehmen, die für das nationale Interesse wesentliche Güter herstellen, sorgt für Diskussionen.

Für deutsche Beobachter ist das Thema relevant, weil es grundlegende Fragen zur Governance und Transparenz in der US-Verteidigungspolitik aufwirft – einem Bereich, der auch für europäische Sicherheitsinteressen und Rüstungskooperationen von zentraler Bedeutung ist. Die Antworten des Pentagons auf Warrens Fragen dürften weitreichende Konsequenzen für die Ausgestaltung des BOND-Programms haben.

Pentagon Bond ProgrammElizabeth WarrenInteressenkonflikt VerteidigungsministeriumOffice Of Strategic CapitalDrehtüreffekt PentagonStephen FeinbergWall Street Pentagon Rekrutierung

Disclaimer