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Waymo ruft 3.900 Robotaxis wegen Baustellen-Softwarefehler zurück

Die Alphabet-Tochter Waymo meldet den zweiten Rückruf innerhalb eines Monats – diesmal wegen gefährlicher Einfahrten in gesperrte Autobahnbaustellen.

Waymo ruft 3.900 Robotaxis wegen Baustellen-Softwarefehler zurück

Die Waymo LLC, die Tochtergesellschaft für autonomes Fahren des Google-Mutterkonzerns Alphabet, ruft in den USA knapp 3.900 Robotaxis zurück. Grund ist ein Softwarefehler, der dazu führen kann, dass die selbstfahrenden Fahrzeuge in gesperrte Autobahnbaustellen einfahren und die Fahrt dort fortsetzen. Der Rückruf wurde bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) eingereicht.

Auslöser des aktuellen Rückrufs sind mehr als ein Dutzend Vorfälle, die sich seit Anfang April in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Arizona ereignet haben. In diesen Fällen erkannten die autonomen Fahrzeuge von Waymo Schilder für Rampensperrungen nicht und fuhren an ihnen vorbei – direkt in geplante Autobahnbaustellen sowie auf Fahrspuren mit aktiven Bauarbeiten. Dies stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko sowohl für Bauarbeiter als auch für andere Verkehrsteilnehmer dar.

Waymo reagierte zunächst mit einer freiwilligen Einschränkung des Autobahnbetriebs, bis eine verbesserte Softwarelösung implementiert werden konnte. In einer Erklärung gegenüber Reuters teilte das Unternehmen mit: „Wir haben einen Verbesserungsbereich hinsichtlich der Leistung im Umfeld von Autobahnbaustellen identifiziert. Wir haben den Autobahnbetrieb im vergangenen Monat freiwillig eingeschränkt, während wir Verbesserungen vorgenommen haben." Inzwischen wurde die Fahrzeugsoftware aktualisiert, um das Einfahren in Baustellenbereiche zu verhindern.

Bereits zweiter Rückruf innerhalb eines Monats

Dieser Vorfall ist nicht der erste Rückruf, mit dem Waymo in jüngster Zeit konfrontiert ist. Bereits im vergangenen Monat rief das Unternehmen rund 3.800 Robotaxis zurück, weil die Fahrzeuge in überflutete Straßen mit höheren Geschwindigkeitsbegrenzungen einfahren konnten. Hintergrund war ein Vorfall vom 20. April, bei dem ein Waymo-Fahrzeug während extremer Wetterbedingungen in San Antonio in eine überflutete Fahrspur fuhr. Waymo betonte, dass das Fahrzeug unbesetzt war und es keine Verletzten gab.

In den vergangenen zwei Jahren hat Waymo mehrere weitere Rückrufe veröffentlicht. Darunter befanden sich Probleme mit potenziell ungenauer Vorhersage der Bewegung abgeschleppter Fahrzeuge sowie Fehler bei der Erkennung von Pfosten und pfostenähnlichen Objekten. Die Häufung der Rückrufe verdeutlicht, vor welchen technischen Herausforderungen die Branche der autonomen Fahrzeuge nach wie vor steht.

Weitere behördliche Untersuchungen belasten Waymo

Unabhängig von den aktuellen Rückrufen sieht sich Waymo mit weiteren behördlichen Verfahren konfrontiert. Die NHTSA untersucht einen Vorfall aus dem Januar, bei dem eines der selbstfahrenden Fahrzeuge in der Nähe einer Grundschule in Santa Monica, Kalifornien, ein Kind erfasste und leicht verletzte. Zusätzlich gab das National Transportation Safety Board im März bekannt, einen weiteren Januarvorfall zu untersuchen, bei dem Waymo-Fahrzeuge illegal an einem haltenden Schulbus mit aktivierter Warnbeleuchtung vorbeifuhren.

Das Problem des illegalen Vorbeifahrens an haltenden Schulbussen hatte bereits im Dezember des Vorjahres zu einem Rückruf durch Waymo geführt. Für Anleger, die in die Muttergesellschaft Alphabet (Ticker: GOOGL) investiert sind, bleibt die Entwicklung bei Waymo ein wichtiger Beobachtungspunkt: Die Tochter gilt als eines der ambitioniertesten und am weitesten entwickelten Projekte im Bereich des autonomen Fahrens weltweit, steht jedoch zunehmend unter regulatorischem Druck.

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