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Weight Watchers starten nach Insolvenz mit neuer Strategie

Konzern setzt auf Programme für Frauengesundheit und kehrt zum ursprünglichen Markennamen zurück

Weight Watchers starten nach Insolvenz mit neuer Strategie

„Dies ist ein entscheidender Moment für Weight Watchers“ – mit diesen Worten meldet sich Vorstandschefin Tara Comonte nach dem Abschluss eines Insolvenzverfahrens zurück. Der US-amerikanische Konzern hatte im Mai beim zuständigen Gericht in Delaware Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt und das Verfahren in Eigenregie durchgeführt. Jetzt sei die Restrukturierung abgeschlossen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens.

Die Rückkehr auf die Bühne des Gesundheitsmarkts soll mit einer strategischen Neuausrichtung gelingen. Künftig will sich der Konzern verstärkt auf das Thema Frauengesundheit konzentrieren. Dabei setzt Weight Watchers auf die Expertise von Kim Boyd, die als Chief Medical Officer Programme für Frauen in der Menopause entwickeln soll. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 sollen erste Angebote starten. Sie sollen auf individuelle Ernährungs- und Verhaltensstrategien zugeschnitten sein und sich gezielt an die Bedürfnisse von Frauen in dieser Lebensphase richten.

Die Wurzeln von Weight Watchers reichen bis ins Jahr 1963 zurück. Damals gründete die New Yorker Hausfrau Jean Nidetch eine Diätgruppe, die sich gegenseitig beim Abnehmen unterstützen sollte. Aus diesem einfachen Prinzip entwickelte sich ein Milliardenunternehmen, das ab 1970 auch in Deutschland Fuß fasste. Kern des Konzepts war von Anfang an ein Punktesystem, das auf Nährwerten basiert und eine tägliche Essensgrenze festlegt.

Doch in den vergangenen Jahren verlor das Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Die Umbenennung in „WW – Wellness that works“ und die Umstellung klassischer Gruppentreffen auf digitale Wellness-Workshops während der Corona-Pandemie führten nur kurzfristig zu einer Erholung. Wirtschaftliche Unsicherheiten durch den Ukrainekrieg und die Inflation belasteten das Geschäft zusätzlich. Viele Kunden kündigten ihre Abos, um Geld zu sparen.

Ein weiterer Rückschlag folgte mit dem Aufkommen sogenannter Abnehm-Spritzen wie Ozempic. In den USA brachen infolgedessen die Umsätze ein, allein im Geschäftsjahr 2024 sanken die Erlöse im Abo-Geschäft um 5,6 Prozent. Der Konzern meldete einen Verlust von 346 Millionen Dollar. Trotz des Strategieschwenks kehrte das Unternehmen nun zu seinem alten Namen Weight Watchers zurück. Wie es mit dem Deutschland-Geschäft konkret weitergehen soll, ist bisher unklar. Bekannt ist nur, dass die Mitarbeiterzahl hierzulande von 140 im Jahr 2020 auf weniger als 50 gesunken ist.

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