Weißes Haus drängt Walmart und Kroger zu niedrigeren Rindfleischpreisen
Kurz vor dem 4. Juli kontaktierte das US-Landwirtschaftsministerium führende Lebensmittelhändler und forderte Preissenkungen bei Rindfleisch.

Das Weiße Haus hat kurz vor dem amerikanischen Nationalfeiertag am 4. Juli Druck auf führende US-Lebensmittelhändler ausgeübt, um niedrigere Rindfleischpreise durchzusetzen. Tate Bennett, Stabschefin von USDA-Ministerin Brooke Rollins, führte vergangene Woche Telefonate mit Einzelhändlern wie Walmart, Kroger und Albertsons. Im Mittelpunkt stand die Frage nach den Rindfleischpreisen im Vorfeld des Feiertagswochenendes, wenn die Nachfrage nach Grillgut traditionell ihren Höhepunkt erreicht.
Das Vorgehen der Regierung ist bemerkenswert: Selten greift eine US-Regierung so direkt in die Preisgestaltung privater Unternehmen ein. Der 4. Juli gilt in den USA als einer der umsatzstärksten Tage für Lebensmittelhändler, insbesondere für Rindfleischprodukte wie Burger und Steaks – ein politisch symbolträchtiges Thema für die Regierung Trump, die sich den Kampf gegen die Inflation auf die Fahnen geschrieben hat.
Walmart hatte Preissenkungen bereits geplant
Während des USDA-Telefonats mit Walmart erklärte der größte Lebensmittelhändler der USA, dass er bereits Pläne zur Preissenkung für viele Artikel im Sommer habe – einschließlich Rindfleisch. Diese Pläne setzte Walmart am 29. Juni in den Regalen um. Anschließend bereitete das Unternehmen eine Pressemitteilung vor, in der die Preissenkungen beworben wurden.
Das USDA leitete Walmarts Pläne daraufhin an das Weiße Haus weiter. Präsident Trump reklamierte den Erfolg umgehend für sich: Er postete in den sozialen Medien, dass Walmart die Preise „auf Ersuchen meiner Regierung" senken werde. Wenige Minuten nach Trumps Post veröffentlichte Walmart eine offizielle Pressemitteilung, in der das Unternehmen ankündigte, die Preise für Tausende von Artikeln zu senken, um den Kunden zu helfen.
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Zur AktienanalyseDer zeitliche Ablauf der Ereignisse wirft Fragen auf. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen hatte Walmart seine Sommersenkungen bereits vor dem Regierungsanruf geplant. Dennoch nutzte die Trump-Administration den Vorgang als öffentlichkeitswirksamen Beweis für ihre Bemühungen, die Lebenshaltungskosten amerikanischer Haushalte zu senken.
Für deutsche Anleger, die in US-Einzelhandelswerte wie Walmart (WMT), Kroger (KR) oder Albertsons (ACI) investiert sind, verdeutlicht der Vorfall das wachsende politische Risiko im US-Lebensmitteleinzelhandel. Direkte Eingriffe der Regierung in die Preisgestaltung können die Margen der Unternehmen belasten und stellen einen ungewöhnlichen Eingriff in die Marktmechanismen dar. Wie nachhaltig der politische Druck auf die Branche wirkt, bleibt abzuwarten.


