Welche Bedeutung hat der Verbrenner in Zukunft noch?
Die FAQ von Aktien.news

EU-Energieminister haben eine neue CO2-Verordnung verabschiedet, die eine Hintertür für den Verbrennungsmotor offen hält: Auch nach 2035 sollen Autos mit Verbrennungsmotoren zugelassen werden können, sofern sie ausschließlich mit CO2-neutralen synthetischen Kraftstoffen betankt werden. Diese sogenannten E-Fuels gelten als klimaneutral, wenn bei der Produktion ausschließlich Ökostrom verwendet wird. Die Einführung einer neuen Fahrzeugkategorie für E-Fuel-Autos soll ein "belastbares und umgehungssicheres" Genehmigungsverfahren für Fahrzeuge ermöglichen, die ausschließlich mit synthetischen Kraftstoffen betankt werden. Doch das ist umstritten, da das EU-Parlament sich mehrheitlich gegen den Einsatz von E-Fuels in neuen Autos ausgesprochen hat.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert die Einigung als Rückschritt für den Klimaschutz im Verkehr. Sie verwässere die dringend nötige Ausrichtung der Autobranche auf effiziente Elektromobilität. Die Automobilindustrie hingegen begrüßt die geplanten Ausnahmeregeln und sieht E-Fuels als wichtige Erweiterung der klimafreundlichen Technologien. Volkswagen-Chef Oliver Blume plädiert in der "Süddeutschen Zeitung" für Offenheit zugunsten von E-Fuels, spricht aber lediglich von einer Option "für Nischenanwendungen".
Studien zeigen, dass Autos E-Fuels gut vertragen. Ein erhebliches Problem stellt aber die mangelnde Effizienz synthetischer Kraftstoffe dar. Ihr Einsatz in Verbrennungsmotoren von Pkw ist laut Umweltbundesamt "hochgradig ineffizient". Für dieselbe Fahrleistung muss demnach die drei- bis sechsfache Menge Strom im Vergleich zu einem Elektro-Pkw eingesetzt werden. Auch der Automobilverband ADAC spricht von hohen Wirkungsverlusten. Entsprechend teuer sind E-Fuels derzeit. Der ADAC hält aber künftig einen Preis von "weniger als zwei Euro pro Liter" für machbar. Voraussetzung seien weiter fallende Produktionskosten für grünen Strom und eine "hochfahrende Massenherstellung" der neuen Kraftstoffe.
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Zur AktienanalyseLaut einer Studie des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) reicht die für 2035 erwartete Produktionsmenge allerdings nicht aus, um allein den Bedarf im Schiffs- und Flugverkehr zu decken. Für Pkw bliebe dann nichts übrig, selbst wenn alle erhofften Produktionskapazitäten ausgeschöpft werden könnten. Die Denkfabrik Transport & Environment erklärte im Oktober, dass mit den von der Industrie selbst prognostizierten Mengen im Jahr 2035 nur etwa 1,7 Prozent von dann 287 Millionen Autos in der EU vollständig mit E-Fuels betrieben werden könnten.

