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Weltbank präsentiert neue Strategie für kleine Staaten weltweit

Weltbank-Präsident Ajay Banga stellte beim IWF-Frühjahrstreffen eine maßgeschneiderte Initiative für 50 Kleinststaaten vor.

Weltbank präsentiert neue Strategie für kleine Staaten weltweit

Die Weltbank hat eine neue Strategie zur Unterstützung kleiner Staaten vorgestellt. Weltbank-Präsident Ajay Banga erläuterte das Konzept bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen mit Ministern und Zentralbankgouverneuren aus 50 Kleinststaaten – im Rahmen der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Ziel der Initiative ist es, differenzierte Instrumente einzusetzen, um mehr private Investitionen anzuziehen und Wachstumsbedingungen zu verbessern.

Die Strategie konzentriert sich auf Bereiche, in denen die Bank die größten Chancen sieht: Gesundheit, bezahlbare Energie, resiliente Infrastruktur sowie Kleinst- und Kleinunternehmen. Durch gezielte Maßnahmen sollen Unternehmen gestärkt und mehr sowie bessere Arbeitsplätze geschaffen werden. Kleinststaaten stehen dabei vor besonderen wirtschaftlichen Herausforderungen und sind überproportional von externen Schocks betroffen.

Die Verwundbarkeit dieser Länder verdeutlicht die Bank in einem begleitenden Blogbeitrag: „Für kleine Unternehmen können ein einziger Hurrikan, ein plötzlicher Anstieg der Preise für importierte Kraftstoffe oder ein Rückgang des Tourismus die Investitionen und Einnahmen von Monaten innerhalb weniger Tage zunichtemachen." Wie fragil die Lage sein kann, zeigte sich zuletzt auch während des Krieges im Nahen Osten, der Kleinststaaten besonders hart traf.

Rekordzusagen und kein Einheitsansatz

Im vergangenen Jahr genehmigte die Weltbankgruppe ein Rekordvolumen von 3,3 Milliarden US-Dollar an neuen Zusagen und Garantien für Kleinststaaten. Banga betonte dabei ausdrücklich, dass die neue Strategie kein Einheitsansatz sei: „Kleinststaaten sind vielfältig, und unsere Unterstützung wird dem Rechnung tragen." Er verwies zudem darauf, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesen Ländern grundlegend andere seien.

Ein zentrales Problem ist die Kostenstruktur: Die Arbeit in Kleinststaaten kostet laut Banga bis zu viermal mehr als in größeren Ländern. Deshalb plant die Bank, ihre Dienstleistungen zu rationalisieren, flexiblere Finanzierungen einzusetzen und Lösungen zu skalieren, um den Nutzen jedes US-Dollars zu maximieren. Partnerschaften mit anderen Entwicklungsbanken sollen dabei eine wesentliche Rolle spielen.

Konkrete Projekte bereits angelaufen

Einige Vorhaben sind bereits in der Umsetzung. In Tonga etwa kofinanziert die Weltbank ein Projekt zur städtischen Resilienz gemeinsam mit der Asiatischen Entwicklungsbank – im Rahmen eines sogenannten Mutual Reliance Framework Agreement, dem ersten seiner Art zwischen multilateralen Entwicklungsbanken. Banga kündigte an, dass weitere solcher Abkommen geplant seien, darunter eines mit der Interamerikanischen Entwicklungsbank für die Karibik.

Auch auf dem Gebiet der Diagnostik will die Bank aktiver werden. Eingehende Berichte, die Hindernisse für Einstellungen im Privatsektor untersuchen, sind für Barbados, Guinea-Bissau, Lesotho, Mauritius, Samoa und die Seychellen in Arbeit. Diese Analysen sollen gezielt aufzeigen, wo politische und regulatorische Reformen den größten Effekt erzielen können.

Ein weiteres Beispiel für den Ansatz liefert Botswana: Die International Finance Corporation, der Investmentarm der Weltbank, half bei der Finanzierung des ersten Solarprojekts im Versorgungsmaßstab in dem Land. Parallel dazu arbeitete die Weltbank an einem Projekt zur Batteriespeicherung, um die Integration von Solarenergie ins Stromnetz zu ermöglichen. „Das Ergebnis ist nicht nur eine Solaranlage, sondern ein replizierbares Modell dafür, wie die Mobilisierung privater Finanzmittel Märkte öffnen und Arbeitsplätze schaffen kann", so die Bank in ihrem Blog.

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